Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 2
- Article
- Jüdische Geschichte [Rezension]
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 174 (sequence 6)
- Language
- German
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174 Recenskonen. Lehre und den erhabensten Schwung der Gesinnungen; wer nur irgend eine Vorbefähigung der Propheten für nöthig hält, und sie nicht als todte Werkzeuge in der Hand Gottes betrachtet, der wird auch nothwendig annehmen müssen, daß im Herzen des Volkes ein Grund ächten Glaubens und tiefer Begeisterung lag, der in einigen Höhergesinnten in seiner höchsten Ausbildung sich darstellt. Wie bedeutsam ist es, diesen Widerspruch zu lösen! Noch mehr drängt hiezu der Schluß dieser Periode, denn kaum waren sie, verworfen von Gott wegen ihrer Sündhaftigkeit, ihrer Selbstständigkeit verlustig und selbst ihres Landes beraubt worden, so traten sie bald, als ihnen die Rückkehr erlaubt wurde, mit einer Festigkeit im Glauben auf, die sie zum erhabensten Kampfe für Heerd und Altar entflammt, aus dem das kleine Häuflein, das sich früher immer schmählich der geringsten Uebermacht beugte, siegreich und ruhmgekrönt hervorgeht. Eine solche Begeisterung ist nicht das Werk eimr Religion, die erst von gestern her theuer geworden ist, die muß schon lange in ihnen gewurzelt haben, und dennoch bestreiten dieses die geschichtlichen Urkunden. — So ist hier das allgemeine Glaubensinteresse, die Feststellung und Entwickelung des biblischen Judenthums, das Dunkel, das alle diese Erscheinungen umgiebt, so sind diese Momente dem Geschichtsforscher ein fruchtbares Gebiet für scharfsinnige Combination und harren der Lösung der kundigen Hand. In diesem Sinne hat die neueste Zeit, die in der Geschichte nicht blos die Aufeinanderfolge von Königen erblickt, der das Volksleben mehr ist als das oft unbedeutende Leben der herrschenden Personen, die, als ihre Aufgabe nicht sowohl die Darstellung der