Mannheim
Compact Memory

Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1835-01-01 · Heft 2 · p. Seite 166

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1835
Issue
Heft 2
Article
Die wissenschaftliche Ausbildung des Judenthums in den zwei ersten Jahrhunderten des zweiten Jahrtausends bis zum Auftreten des Maimonides
Date
1835-01-01
Page
Seite 166 (sequence 16)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2929020-2929021-2929024-2929302--0228-2929384
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

166 II. Die zwei ersten Jahrhunderte anstchten hervorgeht, aber auch zu einer freisinnigen, nicht dem starren Stillstände huldigenden, ebenso auch einer freien Exegese volle Gewalt einräumenden Behandlung des Judenthums führt. — Auch diese mystische Behandlung des positiven Religionsgehalts wurzelte in der Zeit. Der Synkretismus der Neuplatoniker bildete schon beim Verfalle der griechischen Philosophie in seiner Anschmiegung an orientalische Philosopheme eine eigentliche Emanationstheorie aus, trachtete zu seiner Zeit durch Philo seine Versöhnung mit dem positiven Judenthume zu feiern, streute in das Christenthum dadurch, daß er bei seiner Entstehung stark mitwirkte, die mannichsaltigsten Keime ein, so daß bei Ausbildung einer positiv-religiösen Philosophie derselbe sich immer geltend machen mußte und Aristoteles nur in das Gewand dieser Ansichten, die man ihm unterschob, gehüllt, Eingang fand und die Alleinherrschaft durch das ganze Mittelalter hin errang. Dieser synkretistische Neuplatonismus brach nun zu jeder Zeit, wo ein lebendiges und bewußtes philosophisches Streben die Gemüther durchdrang und man sich nicht mit geistlosem formalem Dogmatismus begnügte, kräftig hervor, und sein Ahnen und Schauen, seine bestimmte Behauptung einer Verbindung zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem und seine natürliche , freilich die Gränzen gewöhnlicher Natürlichkeit übersteigende, Herleitung jenes aus diesem mußte den Menschengeist auf der einen Seite erheben, indem er die Schranken des Endlichen durchbrach,' anderseits dem gläubigen, liebendsehnenden Gemüthe hohe Beruhigung gewähren. Umsomehr befreundete sich dieser

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.