Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die wissenschaftliche Ausbildung des Judenthums in den zwei ersten Jahrhunderten des zweiten Jahrtausends bis zum Auftreten des Maimonides
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 167 (sequence 17)
- Language
- German
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167 des zweiten Jahrtausends. Richtung das Positive, da gerade sie es war, wodurch alles Wunderbare als ganz vernünftig erschien und, ungeachtet aller Natürlichkeit, dennoch als höhere Natur beurkundend, anerkant wurde. Nun hatte auch das Juden» thum, wie gesagt, schon in früher Zeit bei Einigen dieses Gewand angezogen, und unter verschiedener Gestalt wurde ihm dasselbe in alten kabbalistischen Schriften (wie das Buch Jezirah) umgethan, ohne daß aber außerhalb des Kreises höherer Geister diese Ansicht durchgedrungen wäre, und ohne daß selbst bei diesen dieselbe eine bestimmte Consistenz gewonnen hätte. Aber eben zur Zeit, wo man mit so vielem Nachdrucke eine philosophisch-systematische Begründung des Judenthums verlangte, da mußte auch diese Ansicht, die schon Raum genug hie und da gefunden hatte, konsequent durchgeführt werden, und dieses nicht geringe Verdienst gebührt unserm Juda. Mochte nun auch zu seiner Zeit seine Zehre nicht angenommen werden, so hatte sie einen um so größer» Einfluß auf die nachfolgenden Jahrhunderte, die freilich bald statt seiner klaren Vernünftigkeit in absurde Spielereien verfielen. Gerade durch den entschiedenen Gegensatz, den die, der damaligen Zeit angemessenere, aber dem Judenthume, wie die Geschichte es ausgebildet Hatte, mehr entgegentretende Ansicht des Maimonides mit ihr bildete, mußte nun eine jüdische Philosophie die Principien des Buches Cosri begierig erfassen, und so finden wir uns denn plötzlich kurze Zeit darauf in dem weiten Gebiete der Kabbalah, die mit ihren tiefgreifenden schwebenden Ahnungen, mit ihrer geistigen Nationalität — eben die Ansicht, die bei Cosri als --Herz" hervortritt — und