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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1835-01-01 · Heft 2 · p. Seite 164

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1835
Issue
Heft 2
Article
Die wissenschaftliche Ausbildung des Judenthums in den zwei ersten Jahrhunderten des zweiten Jahrtausends bis zum Auftreten des Maimonides
Date
1835-01-01
Page
Seite 164 (sequence 14)
Language
German
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164 H. Die zwei ersten Jahrhunderte sowohl, deren er sich als der ersten Stütze seines Glaubens bedient, als auch die Grundansicht des Verfassers, daß Israel im heiligen Lande zur hohem Gotteserkenntniß ganz besonders geeignet sei, bilden bei ihm ebenso auch die Grundlage für die Tradition und den Talmud. Indem er nämlich zuerst *) auf die Nothwendigkeit einer Ueberlieferung wegen der Unvollständigkeit des Gesetzes hinweiset, ebenso die Wahrscheinlichkeit ihrer Mittheilung von Moses an Israel, wegen des langen mit keinen Beschäftigungen ausgefüllten Zusammenseins in der Wüste darthut, so findet er dann auch eine ununterbrochene Kette von Bewahrern und Fortleitern dieses überlieferten Gesetzes **). Auch sie sind jedoch mehr als todte Organe, auch sie sind „Herzen" der Menschheit, in denen die höhere Geistesvernehmung sich kund giebt, die meistens mit demjenigen, was zu ihrer Zeit an die Stelle der vollen Offenbarung getreten war, z. B. dem zuweiligen Hören einer göttlichen Stimme (Bath Kol), begabt waren, sowie überhaupt die Versammlungen, welche von den Gesetzeskundigen und Traditionsbesitzern gehalten wurden, unter dem Einflüsse eines höhern göttlichen Geistes gestanden, und ihre Einrichtungen, mögen sie ganz neu sein, mögen sie sogar dem geschriebenen Gesetze widersprechen, als von ihm eingegeben, volle Gültigkeit haben, das biblische Verbot, Nichts hinzuzuthun und Nichts davon zu nehmen, bloß der gewöhnlichen menschlichen Willkühr Einhalt thun will, nicht aber dem von Gottes Geiste geleiteten Concile ***). Es mögen daher Erklärungen von Bibelstellen, aus welchen die talmudische *) m., 22 ff. — **) III - S-t ff. «s ff. - ***) III., 3g ff. —

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