Mannheim
Compact Memory

Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1835-01-01 · Heft 2 · p. Seite 162

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1835
Issue
Heft 2
Article
Die wissenschaftliche Ausbildung des Judenthums in den zwei ersten Jahrhunderten des zweiten Jahrtausends bis zum Auftreten des Maimonides
Date
1835-01-01
Page
Seite 162 (sequence 12)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2929020-2929021-2929024-2929302--0224-2929380
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

162 H. Die zwei ersten Jahrhunderte geben weiß und es Andern bekzubringen vermag, dennoch aber tief unter Jenem stehet und nur durch Anschließung an ihn sich ihm nähert. Diese höhere natürliche Anlage ist nun sowohl Menschen zu Theil geworden, als auch Oertern, die durch Klima und eigenthümliche Gestaltung der Verhältnisse so vorbereitet sind, daß ihre Bewohner zu größerer Intelligenz gelangen können, woher auch Gott, eben weil er in diesem Lande klarer erfaßt werden kann und sichtbarer sich zeiget, als "Gott dieses Landes" specialisirt wird *). Ein solches Land ist Palästina, „der Ort, den der Herr erwählt," und als solche Menschen sind zuerst die Erzväter, dann Moses und die Propheten, zum Theile, wenigstens in ihrer Vereinigung, die Fortleiter der Tradition gewesen, und als Jünger, die freilich nicht das volle Maß jener eingebornen Anlage in sich haben, die aber doch „Funken" jener höheren Geistesrichtung in sich bewahren und durch sorgsame Pflege zur reinen Flamme anzufachen vermögen, bewährt sich Israel; der sich anschmiegende Proselyte wird auch des Guten theilhaft, aber es ist ihm jedoch nicht ein organisch in ihm Wurzelndes, sondern ein bloß Ungeeignetes **). Da nun in solchen unmittelbaren Vernehmungen des waltenden Gottesgeistes diese Auserkohrnen lebten, so ist es natürlich, daß die einzelnen Handlungen, die sie als Gesetze mittheilten, alle an und für sich tiefe Bedeutung und beseligende Kraft haben, und ebenso auch in der Sprache, die ihnen als Organ ihrer Aeußerung diente, die besondre Bevorzugung sich ausspricht. Also gerade in dem Maße, der Zeit, dem Orte und den *) IV, 17. ") I, 27, 101. ff.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.