Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die wissenschaftliche Ausbildung des Judenthums in den zwei ersten Jahrhunderten des zweiten Jahrtausends bis zum Auftreten des Maimonides
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 154 (sequence 4)
- Language
- German
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154 II. Die zwei ersten Jahrhunderte wird verlangt, sondern eine beständige Zerknirschungein Aufgehn in den Anblick göttlicher Majestät und eine Entfernung von der Welt, eben um diesen schwärmerisch süßen Betrachtungen sich ganz hingeben zu können. Der' Geist, in dem das Werk behandelt ist, zeigt Uns noch mehr, wie der Einfluß arabischer Weisen, deren Aussprüche in großer Zahl angeführt werden, bei ihm von sehr bemerklichen Folgen war. Der Mensch und seine Thätigkeit hat für ihn nur Werth, wenn er diese in der Erkcnntniß seiner Nichtigkeit, der Gnade, die mit ihm, dem Unmündigen, geübt wird, mit dem Zwecke, diese Gnade nicht durch Ungehorsam zu verhöhnen, anwendet. Selbst das Verhältniß zwischen dem Menschen und Gott ist nicht das innige des liebenden Vaters und des Sohnes, sondern des gnädigen Herrn und des für die Gnade in zerfließender Unterwürfigkeit gehorsamen, dankbaren und anbetenden Knechtes, daher auch bei ihm die öftere Bezeichnung des Menschen mit "OP, wie dies bei den Arabern gewöhnlich ist Daher ist das ganze religiöse und sittliche Streben in die Form des Bemühens, dem Willen des Herrn nicht entgegenzutreten, gebannt, die erbaulichen Betrachtungen sind alle auf die Bewunderung der ungeheuren Erhabenheit und Größe Gottes angewiesen, so daß ihm selbst die Liebe gegen Gott weiter Nichts ist, als eben diese Betrachtung und das aus ihr herfließende Sehnen nach Gott*), dieser Liebe Hauptstütze ist wieder die Bangigkeit vor ihm**) und dieser Liebe Hauptzeichen ist die immer hervortretende Scheu vor ihm ***)» Daher ist ihm auch die Furcht vor ') Abschnitt X Lap. 2.- **) Das. Cap. 3-- Das. Cap. 6.-.