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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1835-01-01 · Heft 2 · p. Seite 147

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1835
Issue
Heft 2
Article
Der Mangel an Glaubensinnigkeit in der jetztigen Judenheit
Date
1835-01-01
Page
Seite 147 (sequence 7)
Language
German
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in der jetzigen Judenheit» 147 häusliche Leben, den Sitz ächt jüdischer Frömmigkeit, wo im wahrhaft heiligen Kreise, zu dem gleichsam das Herz des Einzelnen sich erweitert, wo in der Vereinigung mit denen, die alles Höhere und alles Zarte in der Menschenbrust anregen, eine jede einzelne ganz gewöhnliche Handlung mit einer höher» Weihe umgebm werden soll, wo ein jedes Brod, das gebrochen, eine jede Freude, die gekostet wird, eine jede neue Erscheinung, die sich darbietet, ein jeder Schmerz, der hereinbricht, durch das Bewußtsein der höhern Bedeutung des Menschen selbst mitgehoben und veredelt wird, eine Beziehung erhält auf den Lenker und väterlichen Herrn — betrachtet dieses häusliche Leben, das von der Synogoge zu einem Tempel ausgeschmückt worden, und suchet das Erbauliche und Erhebende, und — Ihr findet es nicht! — Haben nun diese Leute Recht, wenn sie die Zeit anklas gen bei der schmerzlichen Erfahrung, daß ihrer Kinder ein anderer Geist sich bemächtigt, wenn sie über Jndifferentismus bei Andern schmähen, als seien sie nicht selbst gleicher Weise indifferent? Laßt sie Euch einmal die Zukunft des Judenthums weissagen und höret, ob sie glauben, daß doch eine Zeit bald wieder kommen wird, in welcher ihre Ansicht die Synagoge frisch beleben und durchdringen wird! Nein, es ist eine stumpfsinnige Resignation, die mit dem Munde wohl spricht: nun, Gott wird schon thun, was recht ist, die aber doch wohl weiß, es wird nicht sein und wird nicht kommen, und die nur das herzlose egoistische Wort zum Wahlspruch sich nimmt: wenn nur in meinen Tagen Frieden ist. Wo aber das eigne Vertrauen nicht vorhanden ist, da lebt auch kein Geist, und jo kämpfet nur die verzweifelte Muthlosig-

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