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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1835-01-01 · Heft 2 · p. Seite 146

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1835
Issue
Heft 2
Article
Der Mangel an Glaubensinnigkeit in der jetztigen Judenheit
Date
1835-01-01
Page
Seite 146 (sequence 6)
Language
German
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146 I. Der Mangel an Glaubensinnigkeit Gebote; aber selbst, wenn auch ein Widerspruch sich zeigen sollte, sollte da die Synagoge nicht ihres herrlichen Grundprinzipes eingedenk sein: „es ist eine Zeit sür Gott zu thun, deßhalb zerstört man dein Gebot?" Denn es gibt ja keine größere Aufforderung, Etwas für Gott zu thun, als wenn eine Gelegenheit, das Göttliche im Menschen zu heben, sich darbietet, als wenn sich eine Veranlassung zeiget, zumal in unserer Zeit den Menschen durch ansprechende und die Erbauung in sich tragende Formen wieder mit seinem Gotte zu versöhnen. Aber freilich haben solche Erwägungen dann keine Gewalt, wenn man mit Mund und Lippen Gott verehrt, aber das Herz fern von ihm ist und so die ihm dargebrachte Ehrerbietung blos ein eingeübtes Menschengebot ist. Und ist es vielleicht nicht an dem, daß sie die todte Uebung wie ein kalter Nebelhauch anwehet, der die innere Warme zurückoränget, statt daß sie erhöht werden sollte, daß das ehedem lebensvolle Erzeugniß des Glaubensbewußtseins in der Synagoge nun ihnen zur starren Mumie geworden ist, die sie ägyptisch, aber nicht israelitisch — verehren, wo Fleisch und Blut ferne und die Verwesung gewaltsam zurückgedrangt ist? Wer es läugnen will, der gehe ein in das Innere des religiösen Lebens dieser Gläubigen, er bemerke, wie ihnen die Res ligionsübungen nicht Freude machen, sondern wie Furcht, wie eine gewaltsam errungene und sie niederdrückende Consequenz das Aufgeben derselben verhindert, aber nicht die Klage schweigen macht, ja wie oft Murren dagegen, ein gleichgültiges Bespötteln die religiöse Handlung begleitet! Und da soll ein heilsamer Erfolg sein, da soll die heilige Gesinnung walten! Sehet nur einmal das

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