Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 1
- Article
- Baden [Nachricht]
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 138 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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138 Nachrichten aus der Synagoge. die äußere Stärke zu fehlen, wo mit dem Unrecht auch der Haß gesiegt und das Mark des Lebens uns vergiftet zu haben schien; wo man das Unrecht, das man erlitt, lieber verbergen und verschweigen mochte, anstatt es offen zu bekämpfen, wo man seiner sich zu schämen schien, anstatt alle Schmach desselben auf die, die es üben, zu wälzen. Wer etwas gelten wollte, der that, als wolle er vergessen machen, daß ,er der Unterdrückten Einer sei, als habe er es selbst vergessen und mochte er lieber Alles in dem kümmerlichen alten Zustande lassen, als durch den Kampf an sein Leiden erinnern und erinnert werden. So drohte das Lcbcnsband der Liebe aus der entseelten Gemeinschaft zu weichen. Es ist wieder erstanden, frisch belebt und gestärkt, neu geboren in dem Geiste und der Kraft unseres Jahrhunderts. Die gemeinsame Abkunft ist heut zu Tage eine tobte, zufällige, bedeutungslose Thatsache; der Glaube geht das äußere Leben wenig mehr an, er hat durch die Freiheit der Forschung nicht an Gehalt, nicht an geistigem Werth, aber an Einheit verloren; er bindet den Menschen noch an den Himmel, noch an ein Jenseits, aber er vermag nicht mehr und ist nicht mehr berufen, sie aneinander zu binden. Das gemeinsame Streben nach dem versagten Rechte, nach der Anerkennung der verbannten Menschenwürde, nach der Gewinnung der versagten Menschenliebe — das ist cs, worin wir vereinigt sind, worin wir als eine sittliche Gemeinschaft leben." Nachdem er auf Len Sinn der Gabe übergcgangen, sagt er: „Ich freue mich an der treuen Darstellung des alten innigen jüdischen Familienlebens mit allen den äußern Zeichen seiner Andacht, mit seiner von dem Gedanken an Gott so durch und durch erfüllten Umgebung. Wohl hat der Künstler das rechte Bild gewählt, um unfern Glauben, wie er seit Jahrtausenden gestaltet ist, in lebendiger Anschauung vor die Seele zu führen: die Familie sein Hciligthum, die Elternliebe sein Symbol, Vater und Mutter seine Heiligen. Jenes Leben, oft von dem Haffe, öfter von spottender Gleichgültigkeit dargestellt, sieht sich in froher Ueberraschung verklärt von dem Lichte der Liebe Leg Künstlers.