Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 1
- Article
- Baden [Nachricht]
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 139 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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i Nachrichten aus der Synagoge. 139 Wohl verschwindet es in der Erscheinung des Tages mehr und mehr vor unfern Augen, dieses Leben; wohl mag der sich entwickelnde religiöse Gedanke einer freier», leichteren, minder bindenden Form bedürfen. Aber das ist die schönste Aufgabe der Kunst, daß sie den vergänglichen Gestaltungen des Lebens den Hauch des Ewigen, den Gedanken der Unsterblichkeit abgewinnt, der in ihnen wohnt, und ihn, neu vermählt mit der verklärten Form, der Ewigkeit aufbewahrt." Bei der Beschreibung des Gemäldes heißt es dann : „In Vater und Sohn schließen alte und neue Zeit, inniger Glaube und muthige Vaterlandsliebeduldende und handelnde Treue fest «nklammcrnd die Hände aneinander. Ja, wie Vater Und Sohn, so sollen sich die Zeiten umarmen und ehren und lieben. Thöricht der Vater, der den Sohn in das Kleid des Alters hüllen wollte und sich nicht freute seines jugendlichen Muthes, seines frohen Fortschreitens, seines innigen Anschließens an die kräftigsten Bestrebungen des Jahrhunderts l Thöricht die untergehende Richtung der alten Zeit, welche die jungen aufkeimenden Kräfte mit in ihr Leichentuch hüllen und in der kalten Umarmung hinwelken lassen wollte! Aber ehrlos der Sohn, der sich seines Vaters, ehrlos das Geschlecht, das sich seiner Vorzeit schämt! Wir sehn in dem kriegerischen Jünglinge die begeisterte Liebe zum Vaterlande gepaart mit - der innigen Anhänglichkeit an das religiöse Familienleben - in dessen Schooß er zurückkehrt; wir ahnen in dem wehmüthigen Ausdrucke seiner Züge das dunkle Vorgefühl, daß der hohe Freihcitskampf, in welchem mitzukämpfen der Himmel ihm vergönnt hat, für die Gewissensfreiheit, wie für so manche andre der edlen Früchte der Freiheit vergebens werde gekämpft sein und daß neue Kämpfe, neue Opfer werden nöthig sein." Und später : „Das Recht muß errungen werden durch die Macht des Wortes, durch die Kraft der Ueberzeugung; die Liebe darf man auch erbitten- Die Kunst ist das Wort der Sympathie, mit welchem die Menschheit um Liebe bittet; sie ist der Genius, der mit liebender Hand auf die licbcnswcrthe Seite der Menschheit und des- Menschlichen hinweist; ihr bcigcgebcn als ein Genius der Versöhnung, als Ueberwinder