Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 118 (sequence 22)
- Language
- German
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118 R e c e N s i o n e n. täte nicht selten stutzen, und sich aus dem Gemische verschiedener Ansichten nicht herauszusinden vermögen. — Diesem Übelstande wollte M. bereits abhelfen, indem er zur Mischnah eine einfache, aus den Resultaten der Gemara ermittelte, auf Kritik und Sprachkunde beruhende, ja zuweilen durch eigne, vernünftige Ansicht gebotene Erklärung fügte; dagegen eine Sammlung der Resultate für die Entscheidungen, nach eignem Plane geordnet, m den 14 Büchern seines Mischneh-Thorah unternahm, und wahrlich diese Idee des M. ist nicht die einzige, welche leider auf steinigen Boden gefallen ist. Er selbst schreibt in einem oben bereits cktirten Briefe: „Wisse, mein Freund, daß ein Jeder, der ein Buch über Religionsgegenstände oder andre Wissenschaften unter den alten Philosophen oder Aerzten schrieb, immer einen von zwei Wegen eingeschlagen hat, entweder den des Compendiums, oder den des Commentars. Das Compendium pflegt feste Entscheidungen ohne Frage und Antwort oder Beweis aufzustellen, wie auch Rabbenu Hakadosch bei Abfassung der Mischnah verfuhr; der Commentar dagegen stellt die feste Entscheidung an die Spitze, läßt Andres folgen, was damit einen Widerspruch zeigt, die Fragen über jedes, die Antworten, den Beweis für die Wahrheit des Einen und die Falschheit des Andern, die Richtigkeit Dieses, die Unrichtigkeit Jenes. Das Letzte ist die Weise des Talmuds; denn der Talmud ist ein Commentar zur Mischnah; ich aber habe keinen Commentar, sondern ein Compendium in der Weise der Mischnah geschrieben." Wie wenig sich indeß hiermit eine Verachtung gegen den Talmud selbst verband, mag endlich eine frühere Stelle desselben Briefes erweisen.