Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 1
- Article
- Über die synagogische Zulässigkeit und Einrichtung der Confirmation
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 88 (sequence 21)
- Language
- German
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88 V. Über die synagogische Zulässigkeit die segnenden Hände auflegte (1. Mos. 48, 17). Nur das Niederknieen der Einzusegnenden, welches bei der christlichen Confirmation üblich, finden wir nirgends mit der Ertheilung des Segens iin Jsraelitenthume verbunden. Die Einsegnung von den Eltern dürste aber um so mehr zu empfehlen sein, da sie, wie ich mich oft bei meinen Confirmationen überzeugte, den Effect der Confirmationshandlung ungemein verstärkt. In dem Anblicke und Augenblicke, wo die Eltern — gleichwie bei ihrem Dahinscheiven — die aus ihren treuen Händen nun, vielleicht auf immer, scheidenden Lieben fürbittend entlassen und ihnen auf die gefahrvolle Alleinrekse durch das sturmbewegte, versuchungsvolle Leben, aus vollem Vater- und Mutterherzen den Segen mitgeben, drängen sich so tiefe und mannigfaltige Gefühle hervor, daß auch die Kältern der hier auf sie eindringenden Macht des Religiösen und Reinmenschlichen erliegen; und der Eindruck ist nicht flüchtig und fruchtlos, wenn angemessene Worte des Confirmators ihn tiefeingehend und nachhaltig zu machen verstehen. Ich wüßte nicht, was der also modificirten Confirmationshandlung bei dem öffentlichen Gottesdienste noch von Seite der Schrift, der Überlieferung und dem Gebrauch entgegenstehen könnte, daß man mit ihr in Privathäuser, Schullokale und Betzimmer flüchten, daß man sie als eine blos pädagogische Handlung betrachten und darstellen, nicht in der Synagoge, nicht von dem Geistlichen, oder ganz und gar nicht vornehmen sollte. Wurzelt sie auch als Glaubensbekenntnis allerdings nicht im Jsraelitenthume, so ist sie doch als Re-