Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 1
- Article
- Über die synagogische Zulässigkeit und Einrichtung der Confirmation
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 86 (sequence 19)
- Language
- German
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86 V. Über die synagogische Zulässigkeit zur Confirmation solches Gelöbniß um so empfehlens.׳ werther, da das noch unverdorbenere Herz des jungen Menschen von Anfang, also grade in der gefährlicheren Zeit der erwachenden Triebe und Leidenschaften, sich nicht so leicht und gleich über das im feierlichsten Momente seines Lebens, mit reinem Sinn und heiliger Begeisterung am Orte seiner tiefsten Ehrfurcht öffentlich Betheuerte hinwegsetzen wird. Es ist und wird das Gelöbniß so das eigentlich nachhaltigst und wahrhaftest Confirmirende, Befestigende. Aber das andere Bedenken: ist es von Seite des Jsraelitenthums zulässig? — Hierüber können wir nicht zweifelhaft bleiben, wenn wir nicht die Annahme des Glaubensbundes mit der praktischen Treue innerhalb desselben verwechsen. Wenn die Jsraeliten ausdrücklich von Moses angewiesen worden, bei'm Eingang in's gelobte Land unter Vereidigungsflüchen die Erfüllung des Gesetzes zu beschwören (5. B. Mos. 27.), und solches auch unter Josua (Josua 8) geschehen ist; wenn sie unter Nehemja ״mit Eid und Fluch auf sich genommen, in der Lehre Gottes zu wandeln" (Nech.1v, 30); wenn sie unter, dem König Asa zu demselben Zwecke ״laut schwuren und ganz Jehuda sich dieses Schwurs freute" (2. Chr. 13); .wenn der Psalmist spricht: ״ich schwöre zu halten deine Gebote" (Ps.119), dann enthält ein Confirmations-Gelübde gewiß nichts Unisraelitisches. Und in diesem Geiste des Jsraelitenthums lehrt auch der Talmud (Nedarim 8): ״Man darf schwöxen, die Gebote zu halten, um sich darin zu beststigen," und empfiehlt sogar die ״Gelübde als Zaun der Enthaltsamkeit" (Aboth 3), worauf sich stützend im