Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 1
- Article
- Über die synagogische Zulässigkeit und Einrichtung der Confirmation
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 81 (sequence 14)
- Language
- German
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und Einrichtung der Confirmation, 81 noch sehr interessant war. Auch in Frankfurt a. M. würde erst 1828 die erste Mädchen-Confirmation durch Herrn Dr. Creizenach im Lokale der israelit. Realschule vorgenommen, nachdem früher von Herrn Johlson und Herrn Dr. Weil daselbst Knaben confirmirt worden. Um so überraschender und wichtiger war es, als am israelit. Pfingstfeste 1831 ein im Amte und im Rufe der Orthodoxie wie der talmudischen Gelehrsamfeit stehender, angesehener Rabbiner, der schon bejährte Landrabbiner Eger zu Braunschweig, in der Synagoge Knaben und Mädchen, unter Begleitung deutschen Gesanges, förmlich confirmirte; was nun, vielleicht eben hierdurch crmuthigt, schon von mehreren Rabbinen gegenwärtig geschiehet. Nur in der preussischen Monarchie ist auf allerhöchsten Befehl das Confirmiren der Kinder als eine Neuerung und ein dem Judenthume nicht ungehöriger Religionsgebrauch untersagt (s. Heinemann Sammlung S. 317). Dieses preussische Verbot führt uns zu unserer Frage zurück und erregt unser Interesse für dieselbe um so tiefer. Denn es hängt von der wissenschaftlichen Erörterung dieser Frage ab, ob das angegebene Motiv jenes Verbotes sich wirklich im Jsraelitenthume bewährt und in diesem Falle von jedem ächt Religiösen nicht dankbar genug anzuerkennen wäre, oder ob es auf Einseitigkeit und flacher Anschauung ruhet und darauf hin in die lebendige Fortentwickelung und von unserer Religion selbst freigelassene Bewegung in ihren Instituten und anerkannten Bedürfnissen, hemmend eingreift und das Gemüth ihrer Bekenner wie jedes Religionsfreundes dann nicht wenig verwunden dürfte. 6