Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 1
- Article
- Über die synagogische Zulässigkeit und Einrichtung der Confirmation
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 80 (sequence 13)
- Language
- German
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80 V. Über die synagogische Zulässigkeit Ceremonien, mit den Segenssprüchen 2וח^12י oder שהחיינו begleitet, oder etwa durch Veränderung des Dankspruches וחיי fiEK w )stt אשר rc., ־ bei'm Aufgehen des Barmizwa zur Thora in die Formel ברוך... שנכנסתי בבריתו Bezug auf den Spruch לחכני סו בבריתו של אברחס,אבינו bei der Beschneidung — hervorgehoben ist, führt uns zu der Überzeugung, daß auch in den Gestaltungen der synagogischen Gebräuche keine mit der Confirmation verbundene Form sich je ausbildete, und zwar weil deren Zweck und Wesen zum Theil dem Charakter des Jsraelü tenthums unvereinbar erscheinen mochte, theils weil das christliche Institut der Confirmation der Synagoge um so unbekannter blieb, als es in der protestantischen Kirche selbst nicht fest stand und nicht allgemein war. Wie es aber dort in der neuern Zeit an Beachtung, Festigkeit und. Ausbildung gewonnen, weil man sich von seiner Nothwendigkeit und heilsamen Gegenwirkung gegen die lockerer gewordene Religiosität immer mehr ■ überzeugte, so suchte man es auch neben andern Reformen -es Cultus und der religiösen Jugenderziehung in die Synagoge einzuführen. In Kassel ist meines Wissens zuerst, durch das dasige westphälische israelitische Consistorium , im Jahre 1810, ein Knabe confirmirt und von dem Rabbiner selbst eingesegnet worden. Seitdem wurden allmälig, jedoch nur von Schulmännern und in Schul- und besondern Andachtslokalen, nicht von Rabbinen und in den Synagogen, Confirmationen vollzogen, und zwar nur bei Knaben, so daß die Mittheilung der Sulamith (6. Jahrg. S. 216), daß Herr Dr. Klei im neuen Tempel zu Hamburg Mädchen confirmirt habe.