Mannheim
Compact Memory

Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1835-01-01 · Heft 1 · p. Seite 74

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1835
Issue
Heft 1
Article
Über die synagogische Zulässigkeit und Einrichtung der Confirmation
Date
1835-01-01
Page
Seite 74 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2929020-2929021-2929023-2929088--0090-2929215
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

74 V. Über die synagogische Zulässigkeit in seiner Ausübung auf Glaubensprincipien; denn wie kann ich ein Gesetz als heilig und verbindend halten, wenn ich nicht an die Autorität und den Geber des Gesetzes glaube, und in diesem Sinne haben Maimonid es, Alb o u. s. w. und nach ihnen unsere Religions-Lehrbücher Glaubensgrundsätze aufgestellt; allein es giebt sich das Jsraelitenthum nicht kund als die Offenbarung dieser Glaübenswahrheiten, es setzt sie als anderweit zu unserer Überzeugung gelangend voraus, und bedingt zu unserer Seligmachung nur die Treue gegen den höchsten heiligen Willen, welche es durch Zeichen und Handlungen zu beleben sucht. — Wir sollten nun weiter gehen als die Thora — DDDD nTinfl ־־־־ ואתה מגלה und die Seligwerdung schmieden an das - Band eiserner Dogmen, an den gefesselten Buchstaben, der die geistige Freiheit tödtet, während die unbeschränkte Forschung lebendig dem Bedürfnisse und der Intelligenz folgt? Zu wie viel unseligen Trennungen und heillosen Kämpfen hat nicht schon das erstarrende Wort der Glaubensbekenntnisse geführt!? Und ist vom Jsraelitenthum (Gott sei Dank!) ״das Gemüth auf seine eigene innere Überzeugung und an das Gewissen zurückgewiesen^ (wie d e Wette bibl. Dogmatik §. 83. sagt), wer giebt uns dann das Recht zu interveniren und von dem jungen Jsraeliten öffentliche Rechenschaft seiner innersten heiligen Gefühle und Begriffe zu fordern, oder die Darlegung seiner Überzeugung in Dingen von dem 14jährigen Menschen zu verlangen, die der fähigste Geist nach 70 Jahren noch nicht abschließt? Wie mögen wir auch das Kind für das dargelegte Bekenntniß zur Treue verpflichten, da es seiner Begriffe nicht Herr sein

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.