Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 1
- Article
- Über die synagogische Zulässigkeit und Einrichtung der Confirmation
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 70 (sequence 3)
- Language
- German
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70 V. Über die synagogische Zulässigkeit auflegung (welche übrigens von der römischen Kirche zum Sacrament erhoben worden) eine Prüfung der Religionskenntniffe des Confirmanden rc. vorherging. Man machte diese Confirmation mystisch bedeutsam und gab ihr symbolische Beziehungen durch kreuzweises Sailben des Confirmanden an der Stirn mit bekreuztem Öle zur Austreibung des Teufels, Herbeirufung des h. Geistes rc. Als eine zufällige, nicht in den christlichen Urkunden oder der Tradition gegründete, Ceremonie wurde sie zur Zeit der Reformation abgeschafft, am Ende des 16ten Jahrhunderts aber, mit Hinweglassung der katholischen Salbung, in verschiedenen protestantischen Ländern wesentlich zu dem Zwecke wieder eingeführt, theils, daß der nun hinlänglich unterrichtete Täufling das bei seiner Taufe von den Pathen für ihn abgelegte Glaubensbekenntniß selbst wiederhole und also seinen Tauft bund freiwillig bestätige, theils erkläre, welcher Form der christlichen Kirche er angehören wolle. In den ordnungslosen Zeiten des dreißigjährigen Kriegs in Vergessenheit gekommen, ward sie nachher, wegen ihrer segensreichen Wirkungen von der Spener'schen Schule eifrigst wieder verbreitet und allmälig ihre allgemeinere Einführung ver-- anlaßt, so daß man sie seit etwa 80 Jahren, obwohl mit großen Abweichungen in der Einrichtung, im Wesentlichen allenthalben aufnahm und man suchte besonders in den letzten Jahrzehnden durch manche Künstelei sie recht feierlich zu machen. — Als Sacrament gilt sie in der protestantischen Kirche heute noch nicht. Diesemnach ist die Confirmation nicht geboren und heimisch im Hause Jsrael's, sondern nach ihrem Ursprunge und allen ihren Beziehungen nichts anders, als