Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 1
- Article
- Der Kampf christlicher Theologen gegen die bürgerliche Gleichstellung der Juden
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 58 (sequence 7)
- Language
- German
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56 IV. Der Kampf christlicher Theologen Angstschrei, ein Aufzittern, wie es der seiner Qual sich Bewußte empfindet, und da gab es manches kühne, auch manches bittre Wort. Die Sache drang auch bald weiter vor; aus der Studierstube der Menschenfreunde war sie in die Herzen der Fürsten und Völker gedrungen, sie wurde in den Kabineten und den Ständeversammlungen verhandelt. Da mußte das Vorurtheil in seiner vollen häßlichen Gestalt hervortreten, mit all der Giftigkeit, die es zeigt, wenn es ernstlich angegriffen und sein verjährter Thron ihm bestritten wird, sich Luft machen, und da hörte man Gelehrte in einem Tone sprechen, der Nichts von der Veredlung durch die Wissenschaft zeigte, da sah man Theologen eine Bösartigkeit und einen aristokratischen Hochmuth entfalten, in denen man weder „christliche Liebe" noch „christliche Demuth," die sie stets im Munde führen, erkannte. So mag denn Herr vr. Röhr in Weimar hier würdig den Reigen anführen. Mit diesem Koryphäen des Rationalismus hat es eine sehr eigne Bewandtnis. Röhr läugnet alle Offenbarung, erkennet im Christenthume eine durch einen großen Menschen gestiftete sittlich-religiöse Anstalt, die freilich bei ihrer Entstehung auch noch an Mängeln der Zeit gelitten hatte, bekennt selbst, daß der Unterschied zwischen unmittelbarer und mittelbarer Offenbarung eine blos anfangs erfundene Hülle des zaghaft auftretenden Rationalismus gewesen sei, da ja nicht Jeder ein Generalpächtervermögen habe und unbedenklich seine gute Stelle aufgeben könne. Bei solchen Ansichten, über '>-) So laute» ungefähr seine Worte in den Briefen über den Nationalismus.