Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 1
- Article
- Der Kampf christlicher Theologen gegen die bürgerliche Gleichstellung der Juden
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 56 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2929020-2929021-2929023-2929087--0071-2929197- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Sk IV Der Kampf christlicher Theologen „entdecktes Judenthum" feindselig und ungerecht sei, und daß man sehr bequem auf dieselbe Weise ein entdecktes Pabstthum oder Lutherthum schreiben könne, aber ein solches würde dann eine Lästerschrift genannt werden; dennoch will er von einer Gleichstellung Nichts wissen, und sein Hauptgrund ist der (S.34), daß die Juden nie, nicht im zehnten Geschlechts, zu Kriegsdiensten willig und bürgerlich tüchtig sein würden. Wie es 1782, als Michaelis dies schrieb, aussah, weiß ich nicht, ich habe zwar Grund zu glauben, daß sie auch damals Körperstärke genug zum Kriegsdienste gehabt, am guten Willen hätte es gewiß auch nicht gefehlt, wenn nicht überall Hohn und Druck auf ihnen gelastet , doch will ich mit einem Genossen einer schon so lange verflossenen Zeit nicht rechten, im Gegentheile ihm völlig Glauben schenken. Aber so sei es denn vergönnt auszusprechen: wie erhebend das Gefühl von der Perfectibilität der Juden auch in diesem Punkte jetzt auf uns wirken muß, denn wahrlich keine zehn Geschlechter sind seitdem vorübergegangen, und die Juden sind kräftig und rüstig, und man hat über ihre Schwäche und Feigheit in den Kämpfen, in denen sie ihre Freiheit mit ihrem Blute erkaufen zu können meinten, nicht geklagt. — Jedoch hing überhaupt Michaelis wie in seiner Sprache, so auch in seiner Denkweise einer abgelebten Zeit an und wir dürfen bei ihm Gelehrsamkeit, aber nicht das Eingehen Ln neuere litterarische wie allgemein menschliche Ansichten suchen. — Ganz anders spricht Johann Gottfried Eichhorn, der Mann mit dem freien Blicke in die mannichfachsten Gebiete des Wissens, welcher in seiner all ge-