Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 1
- Article
- Grundlehren des israelitischen Glaubens
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 50 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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50 HI. Grundkehren des israelit. Glaubens. Himmel und die Erde erschaffen worden seien. 'Diese Betrachtungen führen ihn nun zu dem richtigen Schluß, daß nur solche Wahrheiten für Grundlehren gelten können, die das Bestehen der Religion überhaupt und der israelitischen Religion insbesondere nothwendig bedingen, so daß in dem Verkennen derselben eine offenbare oder stillschweigende Lossagung liege; im Übrigen aber solle man mit Eifer die einzelnen Wahrheiten aufsuchen, welche die heil. Schrift uns lehrt, jedoch sich dabei nie anmaßen, seine Meinungen für die sämmtlichen Bekenner der israelitischen Religion als Glaubensnorm aufzustcllen, und Jedem die Denkfreiheit lassen, die man für sich selbst in Anspruch nimmt. Daß Mendelsohn dieser Ansicht vollkommen beistimmt, ist Jedem bekannt, der seinen Jerusalem gelesen hat, wo er die Denkfreiheit des Israeliten durch Gründe unterstützt, die nichts zu wünschen übrig lassen. Fragen wir uns nun, welche Wahrheiten das eigentliche Wesen im Begriffe der israelitischen Religion bilden, so leitet ein kurzes Nachdenken auf folgende drei Hauptpunkte, welche auch Joseph Albo als Grundlehren annimmt: Dasein eines einzigen Schöpfers, göttliche Weltregierung, göttlicher Ursprung der mosaischen Lehre. Der Prophet Jesaias deutet sie an in der Stelle 33, 22: Gott ist unser Richter, Gott ist unser Gesetzgeber, Gott ist unser König, und in den drei Mittlern Sprüchen für das Musaphgebet am Gedächtnißtag finden sich diese drei Grundlehren mit vollkommenster Deutlichkeit entwickelt. Durch die Erläuterung dieser drei Grundlehren und die Beleuchtung der Fragest, die sich