Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 1
- Article
- Grundlehren des israelitischen Glaubens
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 46 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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46 III. Grundlehren des israelit. Glaubensnichtdaß der Verfasser in seinem Geiste die eigentlichen Glaubenssätze von den Pflichten, die sich an das Gefühlsvermögen wenden, getrennt habe. Der Erste, welcher eine erschöpfende Aufzählung der Fundamentalsätze des israelitischen Glaubens unternahm, ist Maimonides im Commentar der Mischnah, Sanhedrin X. 1, wo er folgende dreizehn Glaubenspunkte aufstellt: I) Es ist ein Gott, ohne dessen Dasein kein anderes Dasein ist, noch möglich ist. L) Gott ist ein einiges, einziges Wesen: 3) Gott ist kein körperliches Wesen, und keine körperlichen Eigenschaften können ihm beigelegt werden. 4) Das Dasein Gottes ist von ewig her und dem Dasein aller andern Wesen vorangegangen. 5) Gott allein lenkt das Weltall und muß daher der einzige Gegenstand unsrer Anbetung sein. 6) Es hat in der Vorzeit Männer gegeben, auf welchen der göttliche Geist geruht hat, und die wir Propheten nennen. 7) Moses war der größte aller Propheten, und Gott hat sich ihm am deutlichsten geoffenbart. 8) Gott hat Moses den ganzen Inhalt des Pentateuchs mitgetheilt. 9) Die offenbarte Lehre ist unveränderlich. 10) Gott beobachtet die menschlichen Handlungen und kennt sie alle. II) Gott belohnt das Gute und bestraft das Böse. IS) Es wird einst ein Messias aus dem Stamme David's kommen, der Israel erlösen wird. 13) Die Todten werden einst auferstehn.