Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 1
- Article
- Grundlehren des israelitischen Glaubens
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 41 (sequence 3)
- Language
- German
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III. Grundlehren des israelit. Glaubens. 41 aus üben und keinen Groll nachtragen (Levit. 19, 18); Du sollst deinen Bruder nicht hassen in deinem Herzen (Levit. 19, 17); Ihr sollet nicht schwärmen nach eurem Herzen und nach euren Augen (Num. 15, 39); Du sollst dein Herz nicht hart machen (Deuteron. 15, 7). In allen diesen Vorschriften, welche verlangen, daß der Jsraelite Gefühle in seiner Seele anrege oder aus ihr tilge, muß nothwendig das Dasein gewisser Grundsätze vorausgesetzt werden, deren Vergegenwärtigung mächtig genug ist, die verlangten Beschaffenheiten des Gemüths hcrvorzubringen. Kann man von einem Menschen, der weder von der Fortdauer seiner Seele, noch von dem Walten einer göttlichen Vorsehung und einer göttlichen Gerechtigkeit überzeugt ist, vernünftig erwarten, daß der Anblick von Gütern, die er entbehren muß, seine Lüsternheit nicht aufregen werde? Gewiß ist schon die Vorschrift, nicht nach fremdem Gute lüstern zu sein, ein hinreichender Beweis, daß sich der Glaube an jene hohen Wahrheiten zur Zeit, als Moses seine Gesetze bekannt machte, bei den Israeliten vorfand, und daß auf die Festigkeit dieses Glaubens in der mosaischen Gesetzgebung gerechnet wird. Wenn aber dessen ungeachtet an keinem Orte befohlen wird, die Religions- Wahrheiten zu glauben, sondern empfohlen, sich dieselben zu Gemüth zu führen, so hat dies seinen natürlichen Grund darin, daß der menschlichen Natur nach die Zustimmung zu angegebenen Lehrsätzen sich weder durch äußern, noch durch inner» Zwang erzielen läßt, well der Gehorsam gegen Vorschriften dieser Art nicht von unserm freien Willen abhängt, und wir, in Abwe-