Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 1
- Article
- Grundlehren des israelitischen Glaubens
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 40 (sequence 2)
- Language
- German
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40 III Grundlehren des israelit. Glaubens. Gottesfurcht (Jesaias 11, 2); darum heißt es auch (H. Chron. 1,28): Erkenne den Herrn, denGotj deines Vaters, und diene ihm. Viele mosaische Vorschriften haben keinen andern Zweck, als die Aufmerksamkeit auf Religionswahrheiten und auf solche Ereignisse der Vergangenheit zu richten, bei welchen sich das Einmischen der göttlichen Vorsehung in die menschlichen Angelegenheiten aufs deutlichste gezeigt hat, und Moses sagt ausdrücklich zu den Israeliten: hüte sehr deine Seele, daß du die Dinge nicht vergessest, so deine Augen gesehn haben, und daß sie nicht weichen aus deinem Herzen alle Tage deines Lebens (Deuteron. 4, 9). Übrigens ist die von manchen israelitischen Theologen aufgestellte Behauptung, daß der Jsraelite den Forderungen seiner Religion Genüge leiste, wenn er alle Gebote mit unbedingtem Gehorsam vollziehe, und daß es dabei auf die ihn bewegenden Grundsätze gar nicht ankomme, schon dadurch unfruchtbar, daß dieser vorausgesetzte Fall an und für sich unmöglich ist. Nehmen auch die mosaischen Gebote die Vernunft nicht unmittelbar durch eigentliche Glaubensvorschriften in Anspruch, so thun sie dies doch mittelbar durch Anforderungen an das Gefühlsvermögen: Du sollst lieben den Herrn deinen Gott von ganzem Herzen, ganzer Seele und ganzem Vermögen (Deuteron. 6, 5); Du sollst deinen Nächsten lieben, wie dich selbst (Levit. IS, 18); Ihr sollet den Fremdling lieben (Deuteron. 10, 19); Du sollst nicht Lust tragen nach dem Hause deines Nächsten (Levit. 20, 16); Du sollst keine Rache