Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die wissenschaftliche Ausbildung des Judenthums in den zwei ersten Jahrhunderten des zweiten Jahrtausends bis zum Auftreten des Maimonides
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 26 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2929020-2929021-2929023-2929085--0039-2929167- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
LK H. Die zwei ersten Jahrhunderte und Umgebung vom ursprünglichen Sitze des Judenthums fühlbar wurde, desto selbstständiger mußten auch bald die talmudischen Forschungen werden, und sowenig auch eine freie philosophische Geistesentwicklung hier kräftige Wurzel schlagen wollte oder konnte aus schon angegebenen Ursachen, so sehr fand die eigenthümliche Bearbeitung des heiligen Religionsschatzes mit gewissenhaftem, nüchternem Fleiße und Eifer einen fruchtbaren Boden. Agadische Sammlungen, die philosophische Spekulation vertretend, blühten hier, was Zunz in seinem: die gottesdienstlichen Vorträge u. s. w. hinlänglich darthut, wobei sich vorzüglich einflußreich erweist Moses Haddarschan aus Narbonne in der letzten Hälfte des Ilten Jahrhunderts Jemehr man dem Mutterboden dieser Studien ferne war, und in je geringerer Verbindung man mit ihm stand, desto mehr mußte man auch versuchen, die Erklärungen, die bis jetzt als Überlieferung vorhanden waren, nun durch schriftliches Aufzeichnen und Zusammenstellen einem weitern Kreise mitzutheilen und zu bewahren. Sowie Er nun durch die sorgfältige Sammlung der Midraschim diesen Zweig der theologischen Litteratur der Vergessenheit zu entreißen suchte, so wirkten seine unmittelbaren Schüler, Nathan ben Jechiel und Salomo Isaak auf andre Weise höchst vortheilhaft. Ersterer , Vorsteher der Schule zu Rom, lieferte in einem höchst schätzenswerthen Werke, Aruch, das uns noch jetzt als Fundgrube dienen kann. *) Rap.: Nathan A. 47 und Zunz S. 287. 2*) Über ihn ist zu vergleichen die gediegene Lebensbeschreibung Rapoport's in Wien 182!1, wo mit ihr eine neue Seitenzahl beginnt und die dann bis zn S. 79 reicht.