Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die wissenschaftliche Ausbildung des Judenthums in den zwei ersten Jahrhunderten des zweiten Jahrtausends bis zum Auftreten des Maimonides
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 25 (sequence 13)
- Language
- German
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25 des zweiten Jahrtausends. Geonim, namentlich Hai's, bekannt gemacht wurde *), und welcher Einrichtungen traf, die sowohl durch ihre wichtigen Folgen in der spätem Praxis, als auch namentlich durch den höchst selbstständigen Geist, von dem sie zeugen, "unsre ganze Beachtung verdienen. Unter ihnen zeichnen sich namentlich zwei Bestimmungen aus, die als bedeutungsvolle Zeichen der Zeit bemerkt werden müssen. Er verbot erstens die Vielweiberei und setzte ferner fest, daß bei einer Scheidung auch das Weib seine Einwilligung geben müsse, was Beides nicht im Geiste des palästinensischen (orientalischen) Judenthums lag. Und sein Ansehn war so groß, und die Verfügungen waren so acht im Fortschritte europäischer Cultur, daß in allen nicht-orientalischen Ländern, wozu auch Spanien, der Richtung nach, in der nachmaimonidischen Zeit gehört, während es sich früher enger an den Orient schloß, sein Verbot volle Gültigkeit erhielt und behielt, obgleich man wissen wollte, daß es nur bis zum Ende des fünften Jahrtausends (d. h. bis zu 124V) in Kraft bleiben solle. Das germanische Element, das auch in die Juden germanischer Länder eindrang, brachte die höhere Stellung des Weibes mit sich und so auch jene beiden Verfügungen. Aber immerhin ein höchst beachtenswerther Schritt, der uns die Entwicklung des Judenthums aus seiner staatsgesetzlichen palästinensischen Gestalt zur allgemeinen Weltreligion zeiget. Jemehr man sich von der Hülfe der Geonim verlassen sah, jemehr auch die Verschiedenheit der Gegend *) Nathan den Jenhiel im Wörterbuche Aruch u. d. W. 2^)^) 2. S-N 3- Hiemit stimmt Napoport in einer brieflichen Mittheilung überein.