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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1835-01-01 · Heft 1 · p. Seite 7

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1835
Issue
Heft 1
Article
Das Judenthum unserer Zeit und die Bestrebungen in ihm
Date
1835-01-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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7 und die Bestrebungen Ln ihm. im dichterischen Seherblicke geschaut, der bewundernden und freundlich lauschenden Mitwelt verkünden, die dann die Worte des Sehers aufnahm in's Herz und sich auch übersetzte in die Sprache seines Glaubens. Daher nun mußte das Judenthum gänzlich hinter der Zeit Zurückbleiben, es ward trübe und unfreundlich in seinen Einrichtungen, es gerieth in Widerstreit mit den Wahrheiten, die der Menschengeist gefunden, und es wußte es nicht, es ward nüchtern, und blos der Schmerz klang in tausend Schwingungen wieder. Noch ein anderer Umstand, freilich aus derselben Quelle geflossen, machte seinen traurigen Einfluß geltend. Nicht blos der Geist mußte vielfach schwinden, auch die Form verlor an Schönheit und Würde. Denn gerade dies ist die Kraft einer jeden positiven Religion, daß in ihren Formen verborgen liege, aber dennoch leicht auffindbar, die Idee, daß sie durch ihre Formen diese wecke, daß die Formen selbst durch ihre Gewalt das Gemüth erheben und weihen. Aber da, wo überall Angstgeschrei uns umdröhnt, wo die Bangigkeit das Gemüth erfüllt, wo Las getrübte Auge keinen Sinn für das Schöne mehr hat, wo das Ohr, blos der Stimme des Drängers kundig, für das feine Gefühl des Wohlklanges taub wird, wo man nur an die Brust schlagen und seufzen will, damit der Gott des Erbarmens die strafende Hand abwende, wo man in bewußtloser Angst, abgesehn von der Art wie, nur seine Pflicht gegen den zürnenden Vater gethan haben will, — da läßt sich nicht erwarten, daß die Formen durch Würde, Feierlichkeit und erbauliche Kraft noch in Zeiten, wo der Blick ruhiger und freier worden ist, wo die erwachte Thätigkeit alles wissenschaftlichen

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