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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1835-01-01 · Heft 1 · p. Seite 6

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1835
Issue
Heft 1
Article
Das Judenthum unserer Zeit und die Bestrebungen in ihm
Date
1835-01-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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S I. Das Judenthum unserer Zeit kälteren Norden eine völlige Umänderung des ganzen religiösen Lebens heischte und ein Protestantismus mit seinen Schwankungen sich 'hervorarbeitete, im sinnlicheren Süden, der ohnedies nur bis zu einer gewissen Stufe hin seinen Geist erheben zu wissen scheint, in unmerklicheren Spuren eindrang, aber gerade daher vielleicht auch durch eine gewaltsam bewirkte Verspätung zu einem unheilvollen Kampfe" in seinem religiösen Leben sich hingebracht sehen wird; wenn endlich dann die Dichtung, mit der Form den Geist vermählend, auch in der Form des Glaubens stets die lebendige Idee zu ergreifen wußte und so das Ewige mit dem Zeitlichen im bestehenden Glauben verschlang: so lebte das Judenthum sein trauriges Leben unter leider nicht nur seinen Bekennern, sondern auch seinem eigenen Dasein höchst ungünstigen Umständen. Hingeworfen als ein kleines Häuflein unter die Masse Andersglaubender, von ihnen gedrückt wegen ihrer Religion, waren die Juden nur immer auf diese hingewiesen; da bildete der Geist nicht, unabhängig von ihr, aber wieder auf sie wirkend, frei sich aus, da konnte die Kunst nicht den Fittig erheben und ihre geübte Kraft dem Glauben zu Gute kommen lassen; da mochte der Wissensdurst sich nicht an Quellen laben, die, selbst, ihm versiegelt waren, und noch mehr verboten, zu spenden von dem Trünke, den er geschöpft, so gab es daher der Gelehrten, die nicht Theologen waren, wenige, und der Glaube blieb abgeschlossen in sich, und die Frische, die der Geist des Christen empfing von Außen und dann übertrug auf seinen Glauben (nicht umgekehrt.'), fehlte; da mochte das gebeugte Gemüth nicht in die heitere Höhe sich erheben und, was es dort

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