Mannheim
Compact Memory

Menorah · 1932-11-01 · Heft 11-12 (November 1932) · p. Seite 505

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
10 (1932)
Issue
Heft 11-12 (November 1932)
Article
Zur Geschichte der jüdischen Fürsorgeerziehung in Deutschland
Date
1932-11-01
Page
Seite 505 (sequence 22)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2912821-2912916-2912923-2928842--11886-2928977
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

GESCHICHTE JÜDISCHER FÜRSORCiEEHZIEHUNG 505 erziehung einen kulturellen Mittelpunkt für diese Jugendlichen darstellen. l__/ie Entwicklung innerhalb des deutschen Judentums führte zu einer Schwächung des 1). I. G. B., ohne daß es gelang, eine andre Reichsorganisation an seine Stelle zu setzen. Es ergab sich die Notwendigkeit, andre Instanzen mit der Wetterführung vieler von ihm bisher selbständig geleiteten Arbeiten zu beauftragen. Die Jüdische Gemeinde Rellin war sich auch jetzt, gelreu ihrer Tradition, ihrer Aufgabe als größter jüdischen Gemeinde Deutschlands bewußt. Sie übernahm jetzt die Verwaltung der Wohll'ahrlsanstalten des D, I. G. Tl. außer den beiden hier behandelten sind dies noch das Israelitische E r z i eb u n g s h e i m in R e e 1 i t z bei Berlin und das Israelitisch e Dauer heim in Berlin-W e i ß e n s e e, beides Anstalten, die sich der Erziehung und Betreuung Schwachsinniger widmen. Die Weiterführung der Anstalten als Reichsanstalten wurde gewährleistet, ein Kuratorium, das sich zusammensetzt aus Vertretern der Berliner Jüdischen Gemeinde, des D. I. G. B., der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, der Großloge U. (). B. B., des preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden und der Reichsarbeitsgemeinschaft jüdischer Landesverbände, betreut jetzt diese 4 Heime. Die Übertragung dieses Arbeitsgebietes an den Vorstand der jüdischen Gemeinde Berlin, die durch Verlrag vom 1. IV. 1930 erfolgte, bedeutete einen wichtigen Einschnitt in die geschichtliche Entwicklung dieser Anstalten. Die äußere Geschichte der liier im wesentlichen behandelten Anstalten ist abgeschlossen. Nachdem 1929 die Anstalt Repzin geschlossen wurde, erfolgte 1930 die Auflösung der Mädchenaiislalt Köpenick. Dies war durch den dauernden Rückgang der Zahl der weiblichen jüdischen JYirsorgezöglinge notwendig geworden, eine Wetterführung der Anstalt Köpenick ließ sich deshalb wirtschaftlich nicht mehr rechtfertigen1). Am Schlüsse dieses historischen Überblickes sei noch einmal die Erage aufgeworfen, die 1900 vor Errichtung besonderer jüdischer Anstalten des öfteren gestellt wurde. Ist die jüdische Fürsorgeerziehung als Sondermaßnahnie überhaupt notwendig? Kann die relativ geringe Zahl der jüdischen gefährdeten und verwahrlosten Jugendlichen nicht sehr gut in allgemeinen Anstalten untergebracht werden? Das religiöse Moment, das damals den D. I. G. B. zur Schaffung spezieller jüdischer 0 Nach einem im Februar 1932 gefaßten Beschluß des Vorstandes der Jüdischen Gemeinde Berlin sollen die Räume der früheren Mädchenanstalb für ein Altersheim Verwendung finden. VI.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.