Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 10 (1932)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1932)
- Article
- Zur Geschichte der jüdischen Fürsorgeerziehung in Deutschland
- Date
- 1932-11-01
- Page
- Seite 500 (sequence 17)
- Language
- German
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500 M E N O R A H Hilfsbereitschaft der deutschen Judenheit im Jahre 1912, als es galt, ein neues Gebäude für die Mädchenanstalt zu errichten. Die Erziehungsanstalt befand sich ursprünglich in Plötzensee in Mietsräumen, man betrachtete diese Unterkunft von Anfang an als provisorisch, die Unzulänglichkeit des Gebäudes stellte sich immer mehr heraus; hinzu kam. daß die bauliche Entwicklung des Ortes Plötzensee (die Stadt Berlin ließ zur damaligen Zeit dort große Hafenanlagen erbauen) es nicht angebracht erscheinen ließ, hier eine Erziehungsanstalt weiter bestehen zu lassen. Man entschloß sich deshalb, in einem andern Berlin nahegelegenen Ort ein eigenes Anstaltsgebäude zu errichten. Die Wahl fiel auf den Ort Köpenick. Der Bau wurde mit 130.000 Mark veranschlagt, und es gelang tatsächlich, diese Summe fast gänzlich durch freiwillige Spenden aufzubringen. Der D. I. G. B. steuerte aus eigenen Mitteln 10.000 Mark bei, die übrigen Gelder wurden von Gemeinden und Privatpersonen aufgebracht, an der Spitze der Gemeinden steht wiederum, die Berliner Gemeinde mit einer Summe von 25.000 Mark. An laufenden Sach- und Geldspenden vor privater Seite hat es den Anstalten in der Vorkriegszeil auch nicht gefehlt. Besonders erwähnenswert erscheint — nicht wegen der Höhe der Summe, sondern wegen der Person des Spenders — eine jährlich wiederkehrende Spende von 17 Mark, die der ehemalige deutsche Kaiser der Anstalt Repzin zur Verfügung stellte, das Geld wurde regelmäßig zur Feier seines Geburtstages verwandt. Erstmalig erfolgte die Spende durch nachstehenden Erlaß des Oberpräsidenten der Provinz Pommern im Dezember 1904: ,,An den Vorstand des Rettungshauses Kö n i gl. A nge 1 egenhe it. Repzin Kreis Sclüvelbein. Der Oberpräsident I. Nr. 8798. Stettin, den 14. Dezember 1904. Des Kaisers und Königs Majestät haben Allergnädigst geruht, den in dem dortigen Rettungshause befindlichen Kindern zum neuen Jahre ein Geschenk von 17 Mark zu bewilligen. Diesen Betrag, den ich mittels Postanweisung übersende, ersuche ich der Allerhöchsten Absicht entsprechend, zur Veranstaltung einer kleinen Festlichkeit für die Kinder zu verwenden, auch den Empfang mir anzuzeigen. gez. Maitzahn/'