Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 10 (1932)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1932)
- Article
- Zur Geschichte der jüdischen Fürsorgeerziehung in Deutschland
- Date
- 1932-11-01
- Page
- Seite 489 (sequence 6)
- Language
- German
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GESCHICHTE JÜDISCHER FÜRSORGEERZIEHUNG 489 Durchführung dieser Maßnahmen hatten, war es vor allem Eugen R o s e n s t i e 1. ein jüdischer Philanthrop, der erst den Untergrund für die weitere Arbeit schul'. Durch sein energisches Eintreten hob er die Bemühungen über die notwendige Fürsorge für verwahrloste jüdische Kinder aus der bloßen Diskussionssphäre heraus und schuf die reale Möglichkeit zum Handeln. Angeregt durch das Rundschreiben des Gemeindebundes befaßte er sich mit der Angelegenheit und entschloß sich sehr schnell zum Kauf eines Grundstückes, das er durch nachstehenden Brief dem D. I. G. B. zur Verfügung stellte: Berlin, den 12. November, 1900. An den wohll. Ausschuß des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes zu Händen dessen Vorsitzenden Herrn Professor Dr. V h i 1 i p p s o n, Berlin. Zugleich Namens meiner Gattin Amalie gel). Grünfeld offeriere ich hiermit schenkungsweise schulden- und lastenfrei das von mir erworbene Schloß Repzin in Pommern mit dem dazu gehörigen Areal von ca. 40 Morgen, bestehend aus einem herrlichen Park. Obst- und Gemüsegarten, 2 Teichen, Feldern und Wiesen. Ferner einem großen massiven Eiskeller. Zu dieser Schenkung gehören noch folgende Gegenstände, welche sich der derzeitige Besitzer zu liefern verpachtete: 50 Ctr. gute Eßkartoffeln, 2 Ctr. Hafer. 1 Ctr. Gerste, 20 Ctr. Futterrüben, 5 Metzen weiße Bohnen, 1 Rolle, eine neue Buttermaschine. T)0 Milchschüsseln, 1 großer Milchtisch. 1 Häckselmaschine zum Drehen. 1 Radehacke. 1 Mistgabel, 2 Hacken, 1 Heugabel, 3 Harken. 1 eiserne Harke. 2 Trittleitern. 1 großes Wurst- Wiegemesser. 3 eiserne Eimer. 6 Gartenbänke. 1 Gartentisch. 3 runde Stühle, 1 Schreibpult. 1 polierter Tisch. 20 Ctr. Heu. Eine Partie Bretter. Ferner Holz und Torf. — Endlich alle Blumenstöcke im Wintergarten und einige Fischkästen. Wir knüpfen an diese Schenkung die ausdrückliche Bedingung, daß der D.-I. G.-B. daselbst eine Israeli t ischc F ü r s o r g e- Erzieh u n g sanstal t in's Leben rufe und dauernd zu führen sich verpflichtet und daß dem Titel Israelitische 1' ii rs o r g e - E r z i e h u n g s a n s t a 1 t des D.-I. G.-B. beigefügt werde E u g e n u n d Amalie R o s e n s t i e 1 - S l i f t u n g. In welcher Weise dies dauernd wirksam gemacht werde, und was aus der Besitzung werden soll, wenn der D. I. G. B. aufhört zu existieren, soll einer noch stattzufindenden Vereinbarung unter-