Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 10 (1932)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1932)
- Article
- Wanderungen und Schicksale sephardischer Juden in Deutschland
- Date
- 1932-11-01
- Page
- Seite 469 (sequence 6)
- Language
- German
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- Emden 1× ep/1044505
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WANDERUNGEN SEPHARDISCHER JUDEN Spuren der sephardisehen Juden trägt das Tor eines Bauerngehöfts, acht Kilometer von Emden, auf welchem das Wappen der „Hendriques" noch heute zu erkennen ist. Im Jahre 1775 versuchte Doktor Eliasar van Emden, ein Vetter Heinrich Heines, in Emden einen Gottesdienst mit portugiesischem Ritus einzuführen gegen den Willen der jüdischen Gemeinde Emden. Auf eine Beschwerde der Gemeinde wird ihm dieser Gottesdienst jedoch alsbald behördlich untersagt. Noch 1783 gab es in Emden eine Firma Juda Isac Alletrino. Zu den obengenannten Aufzeichnungen über die Ankunft der ersten Portugiesen in Emden wäre noch zu ergänzen: Der Jude Mos che Uri Halevi und sein Sohn, der die Marannen nach Amsterdam gebracht hatte, ließ seinen Sohn in Amsterdam bleiben. Seine Nachkommen, ebenso wie die Tirados, leben noch in Amsterdam. Moses Uri selbst kehrte aber nach Emden zurück. Sein Grab soll auf dem alten, geschlossenen jüdischen Friedhof, der ohne Umfriedung außerhalb der Stadt sich beiludet, liegen. Auf diesem Friedhofe befinden sich noch Grabsteine aus dem Jahre 1550. Mosche Uris Haus ist noch heute zu sehen und enthält die hebräische Inschrift: „Masel Tow bischnath schoupheitlefak" unter drei Kronen. Erst gegen Anfang des 18. Jahrhunderts scheinen sich die Portugiesen in Emden fest angesiedelt zu haben. Alle deutlichen Spuren sind aber so verwischt, daß man etwas ganz Positives trotz Forschungsversuchen nicht sagen kann. (Diese Ergebnisse verdanke ich den Mitteilungen des Herrn Wolf Valck zu Emden, der solche zum Teil dem Aktenmaterial, das im Stadtarchiv zu Emden ruht, entnommen hat.) So sehen wir, wie die Portugiesenansiedlungen und ihre Gemeinden in dauernden, lebhaften Beziehungen zueinander standen. Die historische Uberlieferung über die Ansiedlung der ersten portugiesischen Juden in Emden mutet allerdings sehr sagenhaft an, dennoch wird man diesem Bericht seine historische Glaubwürdigkeit nicht absprechen wollen. Die Marannen (anusim, onsin), welche da in Emden notlandeten, waren auf der Reise nach Holland begriffen, hier von einem englischen Schiffe aufgegriffen und nach Holland gebracht. Der obengenannte Moses Uri Phöbus Halevi, der ihnen nach Amsterdam später gefolgt, wird in Amsterdam der erste geistliche Leiter der jungen holländischen Niederlassung. Wann sich nun Portugiesen in Emden wirklich dauernd niedergelassen haben, läßt sich mit Bestimmtheit nicht ermitteln; wohl liegen aus der Mitte des 17. Jahrhunderts Privilegien in holländischer Sprache vor, die ihnen vom Magistrat eingeräumt wurden. Danach wurden sie zu ganzen