Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 10 (1932)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1932)
- Article
- Das Heldenlied von der Nadel
- Date
- 1932-09-01
- Page
- Seite 428 (sequence 6)
- Language
- German
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428 MENORAH Die Massen sowohl als ein Teil der Führer waren in den Gedanken des scharfen Klassenkampfes erzogen worden. Nun sollten sie mit denselben Unternehmern zusammenarbeiten, sollten dieselben Unternehmer stärken, die sie als ihre Feinde anzusehen gewohnt waren! Ihre Unruhe und Verwirrung wurde von der kommunistischen Partei gründlich ausgenützt, und die damaligen Gewerkschaftsführer wurden beschuldigt, den Klassenkampf zugunsten der Klassenzusammenarbeit aufgegeben zu haben. Bis zum Jahre 1921 war die Tätigkeit der Kommunisten eine unterirdische gewesen. Jetzt wurde sie eine legale Bewegung unter dem Namen ,.Arbeiterpartei Amerikas44. Die „Gewerkschaftliche Erziehungsliga*', von W. Z. Foster gegründet, wurde das industrielle Werkzeug der Partei. Ihre Taktik des Yon-innen-herausbohrens, die sie mit Hilfe von Zellen in den bestehenden Gewerkschaften durchzuführen trachteten, fand aber schließlich so energischen Widerstand, daß sie seit 1928 aufgegeben wurde. Sic gründeten nun parallele Gewerkschaften unter kommunistischer Kontrolle. Es ist zwar richtig, daß nicht alle Anhänger der Linken in diesem Bruderkrieg Kommunisten waren. Aber jedenfalls waren die Kommunisten die Führer und auch die Majorität, so daß zum Beispiel die kommunistischen Zeitungen, der „Daily Worker" und die ..Freiheit'4, Subsidien von der Linken bekamen. Wenn die Kommunisten in Amerika also im Namen Sowjetrußlands sprachen, hatte dies viel für sich. Ebenso war es nicht unverständlich, wenn die Masse manchmal der Ansicht war, die Verwaltung^- beamten der Gewerkschaft seien „Verräter" an der Revolution. Denn wie schon erwähnt, waren zu diesem Zeitpunkt viele der Beamten damit beschäftigt, Arbeitsprogramme auszuarbeiten, die nichts anderes bezweckten, als die kapitalistische Industrie zu stützen. Außerdem waren sie bemüht, Annäherung an die konservativen Kreise der Arbeiterschaft zu suchen. Zum Beispiel wollten sie die Unterstützung der American Föderation of Labor erlangen, einer Organisation der Kleinstädte, wohin die Unternehmer zu strömen begannen, die ausgesprochen rechts gerichtet ist. Noch viele andere Kleinigkeiten traten hinzu, so daß es den Linken nicht schwer wurde, viele Arbeiter davon zu überzeugen, daß ihre Führer erschlaffte Radikale seien, die ihre Bewegung an die Federn lion of Labor-Leute verrieten und verkauften4'. Gab es so genug Material in den Massen, um eine linke Armee zu bilden, so fehlte es schon infolge der allgemeinen Struktur der Gewerkschaftsdemokratie auch nicht an Führern. Im Gewerkschaftsleben