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Menorah · 1932-09-01 · Heft 9-10 (September 1932) · p. Seite 401

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
10 (1932)
Issue
Heft 9-10 (September 1932)
Article
In der Magnolienstraße
Date
1932-09-01
Page
Seite 401 (sequence 5)
Language
German
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IN DER MAGNOLIENSTRASSE 401 blicken — obwohl sie doch die einzige Schwester des reichen Onkel Adolf war, der in New York lebte. Da ging zum Glück die Türglocke wieder, Und wer kam herein.' Rose Bermann selbst, kein Andrer. Natürlich mußte es Rose sein, denn sie und kein Andrer besorgte die Einkaufe für Bermanns. Roses Mutler war doch viel zu sehr beschäftigt mit ihrem kleinen Zuckerwerk-Laden. Und Ada, Roses jüngere Schwester, konnte es auch nicht sein. Denn Ada halte zu viel damit zu tun, ihre Fingernägel zu polieren und Unschönes helles Haar zu pflegen. .,Guten Morgen, alle miteinander!" sagte Rose Bermann. Sie lächelte. Die Frauen nickten und lächelten wieder. Jedes Restchen von Verdacht in ihren Herzen schmolz dahin, so viel Wärme brachte Rose mit herein. Mutter lud gar keinen Ingwer mehr, Frau Poyser", sagte Rose. ..Und Zimt auch nicht. Nun frag ich Sie, kann man Zucker-Ingwer ohne Ingwer und Zimt machen? Wieviel wollen Sie mir geben?" fragte sie munter. ,,Ich will ihr heut Nachmittag einen anständigen Vorrat Zucker-Ingwer machen. Wie geht's der Becky?" wollte sie wissen. Becky war Frau Poysers Tochter. Entzückend sah sie aus in ihrem grünen Kleide gestern, fand ich." Herr Poyser war vor einer oder zwei Minuten hinler dem Laden lisch erschienen, nachdem er etliche geheimnisvolle Manipulationen mit Zuckertüten im Hintergrunde vollführt hatte. Da war er — aber niemand hatte ihn bis jetzt beachtet. Man sprach von Frau Poysers Laden, nicht von Herrn Poysers Laden — obwohl er ebenso häutig dort zu sehen war wie seine Frau. Man sah ihn — aber man hörte ihn nicht. Er mußte abwiegen und verpacken, aber Frau Poyser übernahm den geistigen Teil des Geschäfts. Er war ein hagerer Mann, die eingefallenen Backen überzogen schwarze Stoppeln und wenn man sie je hörte, dann kam seine Stimme wie aus Grabestiefen. Aber wenn er von seiner Tochter Becky sprach, dann klang die Stimme voller und melodischer. Wenn er sie gar loben hörte — was selten vorkam — dann erröteten seine eingefallenen Backen. „Hat Dir das grüne Kleid gefallen, Rose?" fragte er eitrig. „Den Stotf hab ich für sie ausgewählt!" „Ganz genau die rechte Farbe!" sagte Rose und lächelte ihm zu. Schüchtern lächelte er zurück. „Danke schön, Frau Poyser, danke sehr schön. Jetzt muß ich aber heim. Sonst fängt Mutter an und putzt den Samowar oder die Leuchter, wenn ich noch länger weg bleibe. Sie kennen sie ja!" Ja — die andern Frauen kannten sie. ..Geh nur. Rose, geh!" sagten

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