Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 10 (1932)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1932)
- Article
- Isaak Pinieff
- Date
- 1932-09-01
- Page
- Seite 369 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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ISSAK PIN1EFF 369 waschen und anziehen. (Nimmt seine Kleider vom Stuhl, gehl durch die Tür in der Hinterwand u b.) Nelson: Ich möchte Ihnen mit meinen Worten nicht weh tun... Sc nitre: Sie können mir mit Ihren Worten nie wehtun. Nelson: Das klingt ein wenig scharf! Schüre: Was wollten Sie sagen? Nelson: Daß der Mann, der eben ins Nebenzimmer ging, einfach wahnsinnig ist. Schifre {ironisch): Wahrhaftig! Wie kommen Sie darauf? Nelson: Er leidet an Größenwahn. Schifre: Ich denke, daran leiden Sie'?! Nelson: Ich habe noch nie behauptet, daß ich Dinge durchsetzen kann, die über meine Kräfte gehen. Sie kennen doch gewiß seine Absichten? Schifre: Ich kenne sie. Nelson: Hat man heute mit Ihnen gesprochen? Schifre: Wer? Nelson: Die Organisation. Schifre: Woher wissen Sie, daß man mit mir sprechen soll? Nelson: Vielleicht ist der Gedanke meinem Kopf entsprungen? Schifre: Ach so? Nelson: Sie müssen ihn von dem Schritt, den er vorhat, abhalten! Schifre: Auch wenn ich ihn ganz und gar billige? Nelson: Auch wenn Sie ihn billigen) Sie kennen Amerika — Sie müssen also wissen, daß er gar nichts ausrichten wird. Und Sie wünschen sicher nicht, daß er ausgewiesen werde — das aber ist das günstigste, was geschehen kann. Es kann ihm aber noch viel Schlimmeres passieren. Schifre: Schlimmeres? Nelson: Sie wissen doch, was ein „frame up" äst? Man beschuldigt ihn einfach eines Verbrechens, das er nicht begangen hat, und bestraft ihn so, als ob er es begangen hätte. Diese Methode ist hierzulande schon öfter angewendet worden und bei der gegenwärtigen Stimmung kann sie noch viel leichter angewendet werden. Man wird jede Beschuldigung, die gegen ihn erhoben wird, glauben, denn er ist aus Frankreich ausgewiesen worden. Schifre: Ist der Gedanke des „frame up" auch Ihrem Kopf entsprungen? Nelson: Trauen Sie mir eine solche Gemeinheit zu? Schifre: Warum antworten Sie mir nicht auf meine Frage? Nelson: Sie seihst haben mir jetzt mit einer Frage geantwortet. Schifre: Der Gedanke stammt also von Ihnen. Nelson: Sie sind im Irrtum. Aber gleichgültig, von wem der Gedanke stammt — er ist nun einmal aufgetaucht. Und ich kam hieher, um Pinien" zu warnen. Jetzt aber warne ich S i e. Wenn Sie ihn nicht verlieren wollen — ich möchte beinahe sagen, für immer verlieren woLlen —, dann bieten Sie Ihren Einfluß auf ihn auf! Schifre: Wer hat Ihnen erzählt, daß ich Einfluß auf ihn habe? Nelson: Ich gebe zu — es ist schwer, ihn zu beeinflussen, aber ich bin überzeugt, Sie werden die richtigen Worte für ihn finden, die ich oder ein anderer nicht finden würden. Schifre: Wie kommen Sie dazu?