Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 10 (1932)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1932)
- Article
- Isaak Pinieff
- Date
- 1932-09-01
- Page
- Seite 368 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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368 MENORAH Pinie ff: Das ist eben das Übel. Die amerikanische x\rbeiterbewegung ist seelenlos. Ihr fehlt jeder Idealismus. Nelson: Im Vertrauen gesagt — zeigen Sie mir doch den Idealismus der Arbeiterbewegung in Europa! Welches Resultat hatte euer Sozialismus und Internationalismus? Seit zwei Jahren vernichten die Arbeiter einander im furchtbarsten Krieg wie wilde Tiere! Pinie ff: Unnötig, daß Sie mich daran erinnern! Das ist die Schuld der Führer, sie haben die Bewegung verraten, die sie führten. Nelson: Das scheint bei Ihnen geradezu Manie zu sein — in allem, was schlecht ist, sehen Sie die Hand der Führer. Pinie ff: Das ist weit besser, als das Schlechte zu übersehen oder zu tun, als siihe man es nicht. Nelson: Sie legen es also darauf an, die organisierten Arbeiter gegen ihre Führer aufzuhetzen? Pinieff: Das ist nicht meine Aufgabe! Nelson: Was ist Ihre Aufgabe? Pinie ff: Die Arbeiter zu organisieren und sie vom Verrat der sogenannten Führer zu befreien, die aus der Bewegung ein Geschäft gemacht haben und sie als Quelle für „publicity" benutzen. Nelson: Sie tun, als wüßten Sie das ganz genau! Pinief f: Und Sie reden genau das Gegenteil von dem, was Sie wissen! Nelson: Pinieff — ich bin zu Ihnen als Freund gekommen, als Ihr alter, guter Freund! Pinief f: Das waren Sie nie. Nelson: Ich möchte Sie warnen. Pinieff: Warnen? Nelson: Das ganze Land ist in Erregung, Heute oder morgen wird es in den Krieg hineingezogen sein. Die öffentliche Meinung ist nahe dem Siedepunkt, dazu kommt noch das jüngste Bombenattentat gegen das Unternehmen, in dem jetzt gestreikt wird. Pinief f: Das alles hat mit mir nichts zu tun. Nelson: Wer am meisten Unruhe stiftet, auf den kann sich jeder Verdacht lenken. Pinief f: Sie werden mir nicht bainge machen! Nelson: Sie wurden aus Frankreich ausgewiesen — das ist hier kein Geheimnis. Sie sind in Amerika ein unerwünschter Ausländer. Pinie ff: Durch solche Reden machen Sie sich lächerlich. (Es klopft.) Jetzt habe ich mit Ihnen die Zeit vertrödelt und bin nicht angekleidet. (Laut): Wer ist dort? S c h i f r e Kun in: Ich, Schifre. Pinieff: Sofort! (Breitet hastig eine Decke über das Bett, hüllt sich fester in seinen Schlafrock und öffnet.) Auftritt Schifre Schifre (tritt ein, begrüßt Pinieff sehr herzlich, streift dagegen Nelson kaum mit einem Blick). Pinieff: Sie müssen mich für kurze Zeit entschuldigen. Ich gehe mich nur I