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Menorah · 1932-09-01 · Heft 9-10 (September 1932) · p. Seite 367

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
10 (1932)
Issue
Heft 9-10 (September 1932)
Article
Isaak Pinieff
Date
1932-09-01
Page
Seite 367 (sequence 5)
Language
German
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ISSAK PINIEFF 367 Pinie ff: loh habe sie Ihnen bereits gegeben. Nelson: Ich will mit Ihnen nicht streiten. Man macht doch keinen Besuch, um zu streiten! P i n i c £ f: Was führt Sie zu mir? Nelson: Ich möchte Sie von einem gefährlichen Schritt zurückhalten. Pin ie f f: Danke. Welchen Schritt meinen Sie? Nelson: Den Sie mit Ihrer Organisation unternehmen. P i n i e f f: Was wissen S i e davon? Nelson: Ich bin der Redakteur für Arbeiterfragen in meinem Blatt. Pinie ff: Was wissen Säe also? Nelson: Sie wollen eine Bewegung gegen die Führer der Gesamtorganisation organisieren. Pinie ff: Und das ist gefährlich? Nelson: Sehr gefährlich! Pinie ff: Wieso? Nelson: Sie werden die gesamte organisierte Arbeiterschaft der Vereinigten Staaten gegen sich haben. Sie werden eine Sonderorganisation schaffen und dadurch eine Spaltung herbeiführen. Pinieff: Und das ist so gefährlich? Nels o n: Halten Sie denn eine Sonderorganisation nicht für gefährlich? Pinieff: Anderswo vielleicht, in Amerika nicht. Nelson: Was soll das heißen? Pinieff: Ich habe noch nie gehört, daß in Amerika eine Organisation die andere unterstützt hätte. Sogar Gruppen, die zur selben Organisation gehören, arbeiten gegeneinander. Hat doch erst jüngst eine Gruppe einer bestimmten Organisation — offenbar eine privilegierte Gruppe — mit Zustimmung der Führer der Organisation eine Lohnerhöhung auf die Weise durchgesetzt, daß die Unternehmer den Arbeitern der anderen, nicht privilegierten Gruppen derselben Organisation die Löhne kürzen durften! Das muß anders werden. Nelson: Einem fremden Orden kann man nicht seine eigenen Regeln aufzwingen. Amerika hat die Arbeiterbewegung, die es braucht. Sie werden ihr nicht Ihre Gesetze vorschreiben! Pinieff: Das wird sich noch zeigen! Nelson: Tatsache ist, daß die amerikanischen Arbeiter weit besser entlohnt sind und weit besser leben als die Arbeiter der ganzen übrigen Welt. Das ist dem Pninzip des amerikanischen Gewerkschaftswesens zu danken. Das haben die Führer erreicht, die sie absägen wollen. Pi n ief f: Ich könnte Ihnen darauf erwidern, daß eine große Zahl von nicht organisierten amerikanischen Arbeitern sehr gut bezahlt ist. Nelson: Ich bin der Ansicht, daß die amerikanischen Arbeiter organisiert sein müsse n. Pi n i e f f: Dieser Ansicht bin ich auch. Doch ich will sie a n d e rs organisiert sehen. Nelson: Warum anders, wenn sie durch ihre gegenwärtige Organisation so viel erreicht haben? Pinieff? Höhere Löhne und kürzere Arbeitszeit sind nicht die Hauptsache. Nelson: Für die amerikanischen Arbeiter sind sie es.

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