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Menorah · 1932-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1932) · p. Seite 337

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
10 (1932)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1932)
Article
Ein Judenstaatsprojekt eines mohammedanischen Herrschers aus dem Jahre 1873
Date
1932-07-01
Page
Seite 337 (sequence 2)
Language
German
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EIN JUDENSTAATS PROJEKT 337 sehen Untertanen gewiß keine geringe Wirkung hinterlassen würde. Andererseits war der Schah, dessen grausame Verfolgungen der Anhänger der in seiner Regierungszeit entstandenen Sekte der BabLsten noch in aller Erinnerung war, jetzt auf seiner ersten Europareise sehr bedacht, als zivilisierter und fortschrittlich gesinnter Herrscher zu erscheinen. Die jüdische Aktion funktionierte als solche glänzend. In all den vom Schah besuchten Hauptstädten, wie London, Paris, Berlin, Wien, Rom, Brüssel, Konstantinopel wurde eine jüdische Deputation empfangen, die vor dem Schall oder seinem Minister Fürsprache für die verfolgten und entrechteten Glaubensbrüder im Perserreiche einlegte und in einer Petition konkrete Wünsche und Vorschläge formulierte. Der Schah gab auf die Petitionen feierliche und wohlklingende Versprechungen ab — „er will mit Bedacht nehmen, daß keine Ungerechtigkeit und unverdiente Strenge geübt werde", .,cr habe zu allen Zeiten die Sorge für die Wohlfahrt seiner Untertanen ohne Unterschied des Standes oder Glaubens erwiesen" (Brief an Sir Moses Monlefiore) usw. — Erklärungen, an denen, wie es sich allerdings schon nach kurzer Zeit herausstellte, nur eines zu wünschen übrig blieb: die Ausführung. Denn die folgenden Jahre bedeuteten für die persischen Juden genau dieselbe Leidensgeschichte wie die Zeit vor der Europareise des Schah und wenn auch die Regierungskreise zuweilen scharf eingriffen, gegen den überragenden Einfluß der Geistlichkeit konnte ein auch noch so fortschrittlich gesinnter Herrscher damals nicht aufkommen. Erst 25 Jahre später mit der Gründung der ersten jüdischen Schule der Alliance in Teheran begann sich die Lage der Juden langsam zu bessern. Wenn also, nach ihren eigentlichen Ergebnissen beurteilt, die jüdische Aktion nicht die erhoffte Besserung des Loses der persischen Juden herbeizuführen vermochte, so war sie doch, i n n e r j ü d i s c h betrachtet, eine machtvolle nationale Kundgebung der Juden ganz Europas für ihre Brüder in Persien, nach der DamaskusaiTäre des Jahres 1840 vielleicht wieder das erste einheitliche Eintreten des G e s a m t j u d e n t u m s f ü r eine jüdische Sach e. Wer die in den Bulletins der Alliance des Jahres 1873 veröffentlichten Petitionen der einzelnen jüdischen Committees unbefangen liest, kann sich des Eindruckes nicht erwehren, daß hier alle Glieder des jüdischen Volkes (auch die Juden Australiens schickten eine Petition) in einer ungebrochen nationalen Verbundenheit zusammengestanden und eine geschlossene Einheitsfront gebildet haben.

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