Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 10 (1932)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1932)
- Article
- Begegnung mit jüdischen Zeitgenossen
- Date
- 1932-07-01
- Page
- 331 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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August Rumm: Portrat Jakob Wassermann von einer u r t ü m 1 i c h c n A 1) s l r a k t h e i t kommt, ist eine andere Frage. Mir ist es jedenfalls oft bei Juden begegnet — besonders bei Buber — daß sie das Konkrete in den Mittelpunkt ihres Dichtens und Denkens stellen, weil sie — abstrakt sind. Immerhin kann man nicht konkret sein wollen, wenn man es nicht wenigstens der Möglichkeit nach ist. Ich war erstaunt, mit welchem großen Interesse der Dichter über die täglichen Ereignisse sich informierte, wie er beinahe einer Zeitung gleich alles wußte, was in der Welt vorging. Nichts davon floß in die Dichtung. Hier waren zwei getrennte Sphären. Es ist mir auch bei Gerhart Hauptmann aufgefallen, daß er sich um alle aktuellen Geschehnisse bemühte, obwohl die Dichtung davon kaum berührt war. Auch Stefan George soll, wie mir Gundolf einmal sagte, sich mit allen Gegenwärtigen auseinandersetzen. Zeitlos, wie ein marmorner Block, steht aber seine Dichtung.