Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 10 (1932)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1932)
- Article
- Holzsynagogen in Polen
- Date
- 1932-07-01
- Page
- Seite 306 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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306 M ENORAH geschobenen Eisenringen verbunden — zusammen; eine Laterne mit zwiebeiförmigem Dach bildet nach oben den Abschluß. Die über dem Schlußgesimse angeordneten Schnitzwerke bestehen aus Rankenorna menten. Jede Fläche ist außerdem durch Farben belebt. Die Ornamente dieses Bimas zeigen in der Linienführung und in der Farbengebung ins Auge springende Ähnlichkeit mit der Wandmalerei der Synagoge, so daß man zu der Annahme gelangt, sie stammen ebenfalls von dem Maler Isak, Sohn des gelehrten Jehuda Leeb, dem Ahroniden, der die Wandmalerei des Baues ausgeführt hat. Leider ist das Bima der Synagoge in Kamionka-strumilowa heute nicht mehr in seiner ursprünglichen Bemalung erhalten. Es unterscheidet sich von dem eben besprochenen dadurch, daß die Säulen durch Bretter überdeckt und durch einen Korbbogen geschlossen sind, über den das Gesimse angeordnet ist; üher Öffnungen befinden sich mit Muscheln reich verzierte Aufsätze. Den von ausgeschnittenen Bohlenbögen getragenen Baldachin bekrönt ein Doppeladler. In der Synagoge von Zabludow erhält das Bima nicht nur über dem sechseckigen Mittelbau eine Kuppel, sondern auch über den Aufgängen. Die Säulen sind über dem Brüstungsgeländer tauartig gedreht und tragen einen breiten Fries, auf dem dann die Kuppeln ruhen. Die Mittelkuppel ist achteckig und höher als die viereckigen Seitenkuppehi, und wird noch durch eine Laterne stärker betont. In der Schnitzerei des Brüstungsriegels findet man einen derben Eierstab. Die BekTönung des Frieses zeigt denselben Ausschnitt wie das Hängebrett, das zwischen der Hohlkehle und der großen Tonne des Gewölbes angewendet ist. Auf eine Bemalung der einzelnen Teile ist verzichtet worden. Eine dritte Art des Aufbaues eines Almemors tritt uns in der Synagoge von Wolpa entgegen. Wie bei der steinernen Synagoge in Lucko ist hier zwischen die vier kräftigen Holzsäulen, die das hölzerne Gewölbe tragen, das Bima eingebaut. Doch wird durch Einschalten von je zwei Säulen zwischen die Hauptständer der Übergang vom Viereck ins Achteck ermöglicht. Die Brüstung ist durch Schnitz werke aus der Empirezeit dekoriert. Die Säulen, durch Rundbogen verbunden, sind oben mit einem reich profilierten Zahnschnittgesimse abgeschlossen. Man erkennt an der Ausgestaltung der Bimas unzweifelhaft das Bestreben, den Platz als Mittelpunkt der gottesdienstlichen Handlung zu betonen. Außerdem kommt ein zweites Moment in Betracht, das zeigt, welche Bedeutung dem Almemor beigemessen ist: die Sitze werden an den Wänden angeordnet, so daß der Betende sein Gesicht dem