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Menorah · 1932-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1932) · p. Seite 305

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
10 (1932)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1932)
Article
Holzsynagogen in Polen
Date
1932-07-01
Page
Seite 305 (sequence 9)
Language
German
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HOLZSYNAGOGEN IN POLEN besonders betont. Hier ist das Bima (so griechisch, heute üblich das arabische: Almemor) und auf diesem das Lesepult errichtet. Die Anordnung des Almemors in der Mitte des Raumes findet man schon bei der Synagoge in Aleppo. Auch die Überdachung dieses Bimas ist deshalb interessant, weil sie von einem vierfachen Tor gebildet wird, wie man es bei den Gerichtsstätten Syriens wiederholt antrifl't. In den Synagogenbauten des Mittelalters war es ebenfalls Brauch, den Almemor in der Mitte des Männerbetraumes zu errichten, so ist zum Beispiel in der 1519 zerstörten Synagoge in Regensburg das Bima ein zierlicher Steinbau, der sich estradenartig etwa 80 cm über dem Boden erhebt, durch Stufen von zwei Seiten zuganglich, von einer Steinbrüstung umgeben und von einem säulengetragenen Baldachin bedeckt. Dieser Gedanke der Ausgestaltung des Bimas zeigt sich auch bei der alten „Schul" in Prag und in Krakau, nur ist hier statt des Steines Schmiedeeisen verwendet. Eine gleiche Form läßt sich noch oftmals nachweisen, auch in den hölzernen Synagogen Polens, wo das Bima aber aus Holz verfertigt ist. Neben dem oben besprochenen Aufbau findet man aber in den steinernen Synagogen Polens noch eine zweite Lösung, bei der der Almemor zwischen die vier Mittelpfeiler, die der Wölbung als Widerlager dienen, eingebaut ist48). /Der Almemor der hölzernen Synagogen Polens ist, wie eingangs erwähnt, dem Bima der Steinsynagogen nachgebildet; er erhält immer einen achteckigen, erhöhten Unterbau, der durch Stiegenanlagen sowohl an der Nordals auch an der Südseite zugänglich gemacht wird. Man kann bei den hier besprochenen Bauten drei Arten des Aufbaues unterscheiden. Die einfachste Art ist jene, bei der man den estradenartigen Aufbau mit einem Brüstungsgeländer umgibt, indem man in den Ecken Säulen errichtet und über diese Brüstungsriegel legt; das auf diese Weise gebildete Gerippe wird in der Synagoge von Brzozdowce durch geschweifte Bretter, in der von Peczenizyn aber durch zwei Reihen von gedrehten Ballustern gefüllt. Eine wesentliche Bereicherung erfährt dieser Typus aber dadurch, daß das Bima von einem reichverzierten Baldachin bedeckt wird. Das Bima der Synagoge in Gwozdziecz kann wohl als eines der schönsten dieser Gruppe bezeichnet werden. Die Säulen sind über dem Riegel gedreht und haben mit Akanthus gezierte Kapitäle. Die baldachinartige Bekrönung setzt sich aus acht gebogenen Rippen — jede aber aus zwei Teilen gebildet und durch ein schiefes Blatt mit darühcr- **) Synagoge in I/uglvO, Zolkiew.

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