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Menorah · 1932-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1932) · p. Seite 303

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
10 (1932)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1932)
Article
Holzsynagogen in Polen
Date
1932-07-01
Page
Seite 303 (sequence 7)
Language
German
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HOLZSYNAGOGEN IN POLEN 303 Die in den hölzernen Synagogen so häufig als Dekorationsmotiv vorkommende Weinranke ist ein traditionelles, aber nicht ausschließlich jüdisches Symbol der Juden in allen Ländern und zu allen Zeiten. Läßt sich doch die Anwendung dieses Symboles in den mitteleuropäischen Synagogen bis auf die Alt-Ncusynagoge in Prag (Eingangstiire), in jenen von Westeuropa bis auf die Synagoge del Transito in Toledo zurückverfolgen. Aber auch in den Haggadolh verwendet der Miniaturmaler sehr häufig das Motiv der Weinrebe. Neben dem siebenarmigen Leuchter ist der Weinstock das am häufigsten verwendete Symbol4'-5 a. e) Geräte des Kultes in der Malerei. Wie sehr die Juden an dem Überlieferten hängen, bezeugt der Umstand, daß die Maler der polnischen Holzsynagogen nicht davon lassen konnten, Reminiszenzen aus dem Salomonischen Tempel, so vor allem den Tisch mit den Schaubroteri und den siebenarmigen Leuchter, zur Ausschmückung des Männerbetraumes zu verwenden. Der Tisch der Schaubrote wird dargestellt als ein viertüriger, mit einem reichverzierten Tuche überdeckter Tisch, auf dem ein Aufsatz mit sechs Etagen angeordnet ist. Die Brote, durch runde Scheiben zum Ausdruck gebracht, werden zu zweit in jeder Etage gezeigt. Dal.* dieses Dekorationsmotiv schon früher bei jüdischen Kultgegenständen verwendet wurde, bezeugt beispielsweise eine Abbildung in der Ilaggadah von Sarajevo. Das typischeste und älteste Symbol des Judentums ist der siebenarmige Leuchter, die Menorah47), daher haben auch die Synagogen in Polen bei der malerischen Ausschmückung immer die Menorah, in deren von Knäufen und Flammen gekrönten Armen gewöhnlich die Verse des Leuchterpsalmes angebracht sind, verwendet. Der heute allgemein als das älteste jüdische Symbol betrachtete Davidstern ist kein speziell jüdisches Sinnbild. Die Menorah aber läßt sich bis auf die Stiftshütte zurückführen. Der Grundgedanke, den sie zum Ausdruck bringt, ist der des welterhaltenden und -tragenden Friedens, der Hinweis auf den Messias. Die BLindestafeln mit den zehn Geboten werden sowohl in der Malerei wie auch in der Plastik, bei letzterer besonders als Krönung der heiligen Lade, verwendet. Angeregt durch die Bibel, hat der Künstler auch Musikinstrumente, 4fiH) Dem alfciiberliefeiten Akanthushlattwerk, d;is auch in polnischen Pyna^Oiren verwendet wurde, macht die sjaisehe Weinranke mehr und mehr dt-n Rang streitig (Liibke-Seimau, Kun^tg'eschich.te ii^3, II.. 4") \r»I. Grunwald in Hirzel „Grab und. Friedhof dvr Neuzeit". Die MenoraL als Leuchterpsalm in den Holzsynagogen usw.

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