Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 10 (1932)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1932)
- Article
- Holzsynagogen in Polen
- Date
- 1932-07-01
- Page
- Seite 301 (sequence 5)
- Language
- German
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IIOLZSYNAGOGEN IN POLEN 301 von der Sünde geheizten Menschen abgehen, eine Deutung, die dem Christentum entlehnt sein könnte. Die Erklärung: Jak'n Idas (Jaji 11 Kiddusch Ner Habdala Seman) ist erst eine spätere Deutung44) und kommt nur für den deutschen Sprachkreis in Betracht. Das Rundbild mit den drei Hasen, das Eliezer Sussmann Katz gern verwendete (vgl. auch Th. llarburger, Werke jüdischer Volkskunst in Bayern in der Bayer. Isr. Gemeindezeitung vom 1. Juli 1931), geht, wie das mit den drei Fischen mit gemeinsamem Kopf, offenbar auf christliches Vorbild zurück, das die Trinilät darstellen soll. Während der Fisch (Ichthys in der bekannten christologischen Deutung) als christliches Symbol geläufig ist, liegt beim Hasen eine Anspielung von Lagos an Logos vor. Die Stellung der drei Tiere entspricht dem als Mondsymbol bekannten Dreihein (Triskele) auf keltiberischen, sizilischen und anderen Münzen, Vasen usw. (so bei J. Lechler, Vom Hakenkreuz, Tafel VI), die drei Fische insbesondere aus dem Skizzenbuch VLÜards de Konnecourt (12. bis 13. Jahrhundert), daselbst Tafel XXX. Sowohl Hase (vgl. Th. W. Danzel, Symbole, Tafel 38, aus Indien), als auch Fisch (das. Tafel 48 aus Ozeanien) sind Mondtiere, dieser auch das Tier der Venus. Unsere Dreitierbilder sind somit von Haus aus als Astralzeichen anzusprechen und erst später in die christliche Symbolik übernommen worden. Der einen wie der anderen Bedeutung war sich der jüdische Künstler, der sie gebrauchte, nicht bewußt. Ihm dienten sie nur zu dekorativen Zwecken. Auch wenn er, wie in der Ersten Haggadah im Germanischen Nationalmuseum zu Nürnberg (bei Müller- Schlosser, Die Haggadah von Sarajevo I, Tafel XV), die drei Fische als Tierkreiszeichen, jeden mit seinem Kopfe malt, liegt nicht besondere Absicht, sondern gleichfalls Nachahmung eines christlichen Künstlers vor. (Hierüber Grunwald a. a. O. 130 und 133.) Wie schon eingangs erwähnt, stellt manchmal der Hirsch die Illustration zu Abot V 23 dar. Er kommt auch im Sinne des Psalmes 41, 2 vor: „Gleichwie ein Hirsch nach Wasser verlangt, so verlangt meine Seele nach Dir, o Gott.44 Schließlich verwendet ihn die Malerei, wie in Jablonow, als Schildträger. Um den Frohndienst zu versinnbildlichen, den die Juden in Ägypten leisten mußten, wird das Kamel gewählt, eine Symbolisierung, die auch die Goldschmiede kannten. Durch den Löwen wird, wie schon gesagt, eine Stelle aus dem Mischnaworte: Abot V 23 illustriert. Als Wappentier Judas (nach Kraus w) Vgl. Mitt. der Ges. für jüd. Volkskunde, 1002, Seite 130, Anmerkung; 3. — TertnVlian ad. uat. IT. e. 3. (bei Kraus, Christi. Xunst I. 651): »Auf uns, als wären wir Hasen, ist die Jagd abgesehen. A