Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 10 (1932)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1932)
- Article
- Holzsynagogen in Polen
- Date
- 1932-07-01
- Page
- Seite 300 (sequence 4)
- Language
- German
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300 M E N O fl A H b) Der Z o d i a k u s k r e i s in der Malerei. Wenn die Männersynagoge eine Decke erhalten hat, so ist diese gewöhnlich unter anderem mit dem Zodiakuskreis geziert. In filteren Machsorim, in Haggadoth, auf Sederschüsseln u. a. ist er dargestellt. Daß die Juden den Tierkreis nicht nur in Synagogen, sondern auch auf Kul(gegenstanden als Schmuck verwendet haben, kommt daher, daß das Jahr, die Monate und viele Feste durch den Lauf der Gestirne bestimmt werden, der Zodiakuskreis also in dem jüdischen Kult eine bedeutende Rolle spielt. c) Tiere. An der Nordwand der Synagoge in Jablonow stellen Panther, Adler. Hirsch und Löwe, wie aus den Spruchbändern hervorgeht, eine Illustration des Mischnawortes vor: „Sei stark wie der Panther, leichtbeschwingt wie der Adler, schnell wie der Hirsch, gewaltig wie der Löwe, um den Willen deines Vaters im Himmel zu vollstrecken." Diese ausdrückliche Verwendung der vier Tiere ist aber ein Beweis, daß sie nicht, wie so oft angenommen wird, durch diese Mischnaworte zur Anwendung in die svnagogale Kunst gekommen sind. „Sie sind vielmehr nur besondere sinnvolle und daher auch manchmal symbolisch gemeinte Vertreter der großen Gruppe der Tier¬ und Vogelbilder", die oft in phantastischen Gestaltungen und Kampf - szenen zum Bilderschmuck an den Wanden der Synagogen verwendet wurden. Der B a r, den man häufig auf Grabsteinen, wo er auf den Namen hinweist, findet, ist auch in der Wandmalerei verwendet. Zwei Daren, die einen Baum erklettern, stellen auch ein altjüdisches Motiv dar, dem man bei jüdischen Wappen begegnet. Der Bär, der in seinen Vorderpranken rote Ranken hält, dürfte wohl auf das Motiv des Lebensbaumes zurückzuführen sein. Das Eichhörnche n, das schon in der alten Haggadah von Sarajevo vorkommt, wird oft, eine Haselnuß knackend, bei den Randleisten der Wandmalerei verwendet. Der Elephant wird immer als Träger eines Portales dargestellt, wie es der jüdischen Goldschmiedekunst (zum Beispiel auf einem Beschneidungsbecher) geläufig war'115). Der Hase findet in der synagogalen Wandmalerei sowie in der Miniaturenmalerei oft in Zierleisten Verwendung. Der Hase, gejagt von einem Fuchs, Adler oder einem Drachen, dürfte vielleicht ein Bild des 43J Ygl. auch: „Die Haggadah von Sarajevo" und Mitt. z. jiid. Volkskunde. 1907, S. <>!*.