Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 10 (1932)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1932)
- Article
- Zwischen den Fronten
- Date
- 1932-05-01
- Page
- Seite 254 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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254 MENORAH ..Luden Sie den Vorsitzenden des Evakuierungskomitees, Dizengolf, vor und richten Sie ihm folgendes aus: Ich habe ihm eine Menge Geld und Lebensmittel für die jüdischen Einwohner übergeben, und seine Bitten und Wünsche fanden stets bei mir ein geneigtes Ohr; nun aber, da die Mehrzahl der Juden Palästinas Spionage gegen mich betreiben, muß ich seine Wünsche anders kommentieren. Warnen Sie ihn vor solchem Benehmen, denn damit bringt er sich selbst und seine Schützlinge in Gefahr." Und den Kommentar hatte mir einst schon Enver Pascha gegeben, als ich ihm in Ja IIa von Djemal Pascha als Zionist vorgestellt wurde. Er sagte mir damals: ..Gebt acht. Ihr Zionisten, wenn Lhr gegen uns sein werdet, werden wir mit Euch so verfahren, wie mit den Armeniern." Dennoch wartete ich auf Djemal Pascha, um mit ihm persönlich zu sprechen, auch für den Fall, daß weiß Gott was geschehen sollte. Denn wie konnte ich mich verbergen, wenn dem Jischuw solche Gefahr drohte? Ich wußte zwar, daß mich die Polizei mit unzähligen Augen beobachtete. Auch wurden die Häftlinge einzeln beim Verhör gefragt, ob sie mich kannten und ob sie wüßten, aus welchen Quellen ich die Mittel für den Evakuierungsfonds bekäme. Ich wollte mich daher aus freien Stücken der Untersiiehungsbehörde stellen und ihr sagen: Hier bin ich. ich habe keine Geheimnisse. Audienz hei Djemal Pascha H?nrichtungen Schließlich kam Djemal Pascha. Zweimal hatte ich im Sekretariat um eine Audienz angesucht, aber Djemal Pascha wollte mich nicht empfangen. Aus Zeitmangel . . . Ich kam nun ein drittes Mal und wandte mich an seinen Privatsekretär mit folgenden Worten: ..Bitte, sagen Sie Sr. Exzellenz, daß ich ihn betreffs der Spionageatiare dringend sprechen muß. Er möge sich nicht weigern, den Vertreter der Judenschaft zu empfangen in einer Zeit, da in allen Städten und Kolonien Palästinas grundlose Beschuldigungen gegen die Juden erhoben werden." Nach wenigen Minuten stand ich im Büro des Oberbefehlshabers. Als Djemal Pascha sah, daß ich mich seinem Tische näherte, sprang er wütend auf, warf mir einen zornigen, durchbohrenden Blick zu und empfing mich brüllend, wie ein Löwe. ..Was'.1! Was haben Sie mir über die SpionagealTäre zu berichten?] Wer kann mir garantieren, daß der vor mir Stehende nicht ein zweiter Ahronson sei?! Sind doch alle Juden . .