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Menorah · 1932-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1932) · p. Seite 253

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
10 (1932)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1932)
Article
Zwischen den Fronten
Date
1932-05-01
Page
Seite 253 (sequence 2)
Language
German
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ZWISCHEN DEN FRONTEN 253 und überallhin folgten mir zwei Detektive, der eine europäisch gekleidet, und der zweite im Gewände eines arabischen Fellachen. Ich war ratlos. Im Namen des Evakuier Hilfskomitees, das unter dem Protektorate Djemal Paschas stand, konnte ich ja Leuten, die unter dem Verdachte des Landesverrates und der Spionage standen, keine Hille bringen. Also beschloß ich, eine philanthropische Gesellschaft unter dem Namen ..Hillsverein für arme Juden in Damaskus"* zu begründen und legte ihre Statuten dem Stadtoberhaupt zur Bewilligung vor. Dieser fand den Verein für zeitgemäß, dankte mir für die Initiative, bewilligte die Statuten und befahl seinem Pressechef, die Gründung des Vereines im lokalen Organ zu publizieren. Auf diese Weise eröffnete sich ein neues Tätigkeitsfeld. Im Namen des Vereines wurden den Häftlingen zweimal täglich Lebensmittel gebracht, auch erhielten sie warme Decken. Und mir, als dem Vorsitzenden des Vereines, wurde die beständige Erlaubnis erteilt, sowohl das Gefängnis als auch das Spital zu besuchen und bei den politischen und Gerichtsbehörden das Anklagematerial zu sichten und den Häftlingen Rechtshilfe beizustellen. So wurde zwischen mir und den Gefangenen ein bestandiger Kontakt hergestellt und auch die Möglichkeit, mit den Gerichten in Verbindung zu treten. Damals wurde mir bekannt, daß das Gericht sämtliche Juden Palästinas eines Komplotts gegen die Türkei beschuldigte. Die Juden wurden angeklagt, mit Hille einer organisierten Spionage den Sieg des Feindes vorbereiten und bei Herannahen der Engländer einen inneren Aufstand anzetteln zu wollen, der dem Feinde die Bezwingung der Türken ermöglichen sollte. Und so saß der gesamte Jischuw auf der Anklagebank. Nun wartete ich auf die Ankunft Djemal Paschas, um von ihm Hilfe und Schutz zu verlangen, während meine öffentliche Hilfeleistung an die Beschuldigten und mein geheimer Verkehr mit den Häftlingen des Militärgefängnisses begründeten Verdacht auf mich lenkten. Noch war Djemal Pascha nicht eingetroffen, noch weilte er in Konstantinopel. Ich beschloß daher, mich aus der Ferne an ihn zu wenden. In einem langen Telegramm an ihn führte ich Klage über die unaufhörlichen Verfolgungen der Juden, über die den Evakuierten aus Tel-Aviv auch außerhalb der Evakuierungszone geraubte Bewegungsfreiheit und bat um Geld und Lebensmittel für die Vertriebenen und zahllosen Kranken. Und Djemal Pascha beeilte sich, an den Kommandeur von Jerusalem folgendes Telegramm abzusenden:

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