Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 10 (1932)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1932)
- Article
- Zwischen den Fronten
- Date
- 1932-05-01
- Page
- 252 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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ZWISCHEN DEN FRONTEN Aus J^Ieyer Di ztng off: „ftflit Tel-Aviv in die Verhannung" {Siefic Nr.; A". Ja/irgarig) In Damaskus Hilfe und Rechtschutz für die Häftlinge — Ein Telegramm Djemal Paschas Nun hielt ich mich in Damaskus auf, in Erwartung Djemal Paschas, der, nach seiner Rückkehr aus Berlin, in Konstantinopel aufgehalten wurde. Indessen wurden die Inhaftierten aus Palästina nach Damaskus gebracht: Leute, die man au Ige grillen hatte, weil sie keine Ausweispapiere besaßen, und unter ihnen auch solche, die der Spionage vor dächtig oder mit diesen verwandt oder auch nur in Verdacht standen, mit diesen zu sympathisieren. Denn der Refehl lautete, daß auch Leute, die der Spionage fähig wären, als Häftlinge nach Damaskus überführt werden sollten. Es kamen auch manche (I). Yeüin. I. (irasowski und andere), die nicht in Haft waren, aber den Auftrag erhielten, Palästina zu verlassen; und so gingen sie aus freien Stücken nach Damaskus. Dreimal wöchentlich brachte die Eisenbalm jüdische Häftlinge aus Palästina, und sie wurden zu Hunderten im Kreisgeiüngnis eingekerkert. Was jeder einzelne verbrochen halle, konnte man in dem damaligen Wirrwarr nicht ermitteln. Die Identitätsurkunden wurden den Häftlingen von der Polizei abgenommen und an die Untersuchungsbehörde geschickt, diese aber halte sie nicht erhalten, so daß alle Häftlinge unter der generellen Beschuldigung des Landesverrates und der Spionage saBen . . . Und das Gefängnis in Damaskus hatte dunkle, kalte und feuchte Zellen und seine sanitären Bedingungen spotteten jeder Beschreibung. Es war ein Herd von Typhus und Dysenterie. Die Verpflegung war ekelerregend, selbst ein vom Hunger Gemarterter würde danach nicht gegrilTen haben. Und die -Gefangenen hatten durchwegs keine warmen Kleidungsstücke und besaßen auch keine Mittel, sich etwas von draußen zu verschallen. In den Augen der Gefängnisbehörde waren sie ja nichts weiter als Schlachtvieh, und wer sollte sich um ihre Wünsche kümmern? Kranke wälzten sich umher und jammerten, aber die Spitäler in Damaskus waren nicht besser als die Gefängnisse, sie waren von Typhus- und Dysenteriekranken überfüllt, die von dort auf den Friedhof wanderten . . . Wie von Sinnen schlenderte ich durch die Straßen von Damaskus