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Menorah · 1932-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1932) · p. Seite 247

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
10 (1932)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1932)
Article
Der Sohar
Date
1932-05-01
Page
Seite 247 (sequence 7)
Language
German
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IRI
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der sohah 247 Erden. Unmittelbar aus dem ,,En-Sof" hervorgegangen (emaniert) ist der Urmensch (Adam Kadmon): er ist älter als alle anderen Emanationen — und wird auch „Höchster Mensch" genannt, Gott selbst gilt als Urbild des Adam Kadmon; im Sohar wird er als .,AHiq jomin", der ,,l Iochbetagle", wie Gott, bezeichnet: ist gleichsam der Zwiliingsbruder Gottes, der dann bei Philon ..der erste Sohn Gottes" wird. Die bildliche Darstellung dieses Urmenschen bildet sich oft in späteren kabbalistischen Werken. Ein nackter, bärtiger Mann mit gekröntem Kopfe. In die einzelnen Körperteile und Gliedniassen ist die ihnen zugeteilte ..Sehrah" eingeschrieben. (Man denke an die astrologisch-astronomischen Menschendarstellungen und die astrologischen Stein-Lebern der Assyrer-Babylonier). I ber der Krone (Kether) strahlt das Urlicht", über welchem sich ,.En-Sof" befindet. In der kabbalistischen Lehre Isak Lurija's und Gbajiim VitaUs ist diese Lehre vollkommen ausgebaut worden und wird ein Kernstück der jüngeren Kabbala. Der Sinn kann wieder nur sein, den Menschen als edelstes und vollendetes Gebilde der Schöpfung hinzustellen, dem die unendlich schwere, heilige Ptlicht auferlegt ist ,,gottälmlich" zu sein und in seinen körperlichen und seelischen Anlagen und Funktionen diese seine Aufgabe restlos zu erfüllen. Nur durch Aufwand aller Kräfte der Seele, die fünf Wesensarten enthält und im Körper wieder ihre stofflichen Gefäße (Kelim) linden, kann das Hochziel der Vollendung erreicht werden. Nur Auserlesenen wird dieses Glück zuteil: alle jedoch, insbesondere jeder jüdische Mensch im Einzelnen sowie schließlich ganz Israel, sind dieses beseligenden Voltendungsgrades fähig und würdig: ihn auf der Stufenleiter der Entwicklung zu erklimmen ist Lebensaufgabe. Auf diese Weise ist auch die .,Adam-Kadmon-Lehre" dem ganzen ,,Sohar" eingegliedert. — Die urschöpferischen Mächte gehören im Sohar dem V a t e r - 1* r i n c i p. das stufenweise sich in der realen Menschenidee offenbarende Göttliche dem M u t t e r - P r i nci p. ein zentrales Gebiet für die himmlischen (nicht urschöpferischen) Mächte dem S o h n - P r i n c i p an. Hier haben wir V a l e r, M n t t e r und S o h n. Diese Lehre war naturgemäß Angriffspunkt für die Sohar- Gegncr, andererseits für die christliche Welt willkommener Anlutö, die T r i n i tä t aus dem Sohar zu erweisen. Es bedarf nicht des Beweises, daß der Sohar nicht im Entferntesten an die christliche Trinität dachte. Die ganze Mystik des Sohar und besonders die eben angeführte Lehre und die dunkelsten Kapitel aus den ,,Idrot" reizten die christliche Welt und es ist charakteristisch, daß diese Kapitel von Knorr von R o s e n r o t h im siebzehnten Jahrhundert ins Lateinische übersetzt I

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