Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 10 (1932)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1932)
- Article
- Der Sohar
- Date
- 1932-05-01
- Page
- Seite 245 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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DER SOHAR 245 JEr ruht, wie gesagt, auf alten, kabbalistischen Überlieferungen, die vor seinem Erscheinen in Grundbegriffen vorbanden waren und im biblisch talmudischen Schrifttum Stützpunkte gefunden hatten. Es hat ihm an Vorläufern nicht gefehlt. Man kann zu ihnen die aus gaonäischer Zeit stammenden mystisch-metaphysischen Bücher, wie ..Schiur Koma". IIechalothk\ ..Oliolh di Rabbi Akiba \ zählen und ganz besonders das apokryphe ..Sefer Jezirah*' (Buch der Schöpfung, Formung), als dessen Verfasser der Erzvater Abraham ausgegeben worden war. Dieses wundersame .Küchlein, das sogar der Gaon Saadia zu kommentieren für gut und nötig fand, erfreute sich ungeheurer Verehrung und Verbreitung. Es weist auf die schöpferische Macht der Erlaule, auf die Orientierung des Kosmos nach dem Menschen, auf das Geheimnis der Zahl und der Buchslaben hin, Dinge, die in jedem allen, mystischen System eine grotte Rolle spielen. Die machma nistara" (Gcheimwissenschaft) hatte im dreizehnten Jahrhundert bedeutende Anhänger. Es waren: T o d r o s A b u I a f i a aus Sevilla (gest. 1283), der in seinem Buch ..Ozar hakahod" (Schatz der Herrlichkeit) die Lehre von den ,,SefirotlV (Emanation) und der Seelenwanderung verteidigte. Sein Zeilgenosse I s a k A 1 1 a t i f (gest. 1290) vertritt in seinen Werken ..Zurath ha'olam" (Gestaltung der Welt) und ..Schaar haschamaim'* 111 iinmelstor) den Standpunkt des mystischen Fantheismus. Josef (likatilla (gest. 130,)) beschäftigt sich in seinem ..(iinath egos'' L.NußgartciV') mit kabbalistischen Wortbildungen und Berechnungen. Der große Phantast und Schwärmer A b r a h a m A b u 1 a I' i a (12-10— 1291) knüpfte an das ..Buch der Schöpfung'" an und legte seine Lehn4 über das Geheimnis der Buchstaben in einem Werke (Ruch von den B uch st a ben) n i ed er. Breit und tief ist also die Basis, auf welcher der „Sohar ruht. M o s e b e n Sc h e m l o b d e L e o n faßt alles zusammen, was im kauf der Jahrhunderle entstanden war, gibt ihm einheitliche Gestalt und setzt seinem System die Krone höchsten Altertums auf durch die Berufung auf S c h i nvo n b e n J o c h a i. Der Sohar zu den fünf Büchern Moses folgt dem klassischen Vorbild des Midrasch zum Penlateucb und zu den Bollen. Erschließt seine Reflexionen und Lehren an das Wort der Schrift an und erweckt die Vorstellung einer Sammlung von philosophisch-religiösen, sittlichmyslischen 'Betrachtungen zu den ,Y2 sabbatlichen Thorah-Lesungen. Die S p r a che ist A r a m a i s c h: durchaus dunkel, verhüllend und offenbarend zugleich: scheinbar rein Text und Inhalt erklärend,