Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 10 (1932)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1932)
- Article
- Holzsynagogen in Polen
- Date
- 1932-05-01
- Page
- Seite 235 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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HOLZSYNAGOGEN IN POLEN 235 horizontalen Dreiecksflächen, die als Vermittler zur achteckigen Kuppel dienen, sind an der Altarseite durch einen Doppeladler, an der Eingangsseite durch das —auch in Chodorow verwendete — Motiv der drei Hasen und drei Fische geschmückt. Die nun folgende Hohlkehle der Kuppel wird durch eine Perlenschnur in zwei ungleiche Hälften geteilt. Der untere, kleinere Teil wird wieder durch vertikale Streifen in verschieden breite Felder geteilt, in die dann Kreise eingeschrieben sind, die Darstellungen aus dem Tierreiche enthalten. Der obere, größere Teil erhält ein Mittelmotiv, während die übrige Fläche durch reich verzweigte Rankenornamente geziert wird. Als Mittelmotiv sind der Kampf des Einhorns mit dem Löwen, der Bär und der Kampf von Greifen dargestellt. Die Hohlkehle an der Altarwand aber ist durch die von zwei Greifen gehaltenen Gesetzestafeln geschmückt. In der nun folgenden Hohlkehle wird wieder der Tierkreis dargestellt. Der letzte Teil der Kuppel ist durch Motive, die der Pflanzenwelt entnommen sind, verziert. Die Malerei der Synagoge in Chodorow. Die Wände, deren Malerei heute größtenteils zerstört ist, wurden durch horizontale und vertikale Bandornamente geteilt, und zwar derart, daß auf die Fensteröffnungen Rücksicht genommen wurde. Zwischen zwei Fenstern, deren Rahmen und Laibung besonders bemalt wurden, sind hohe schmale Inschriftenflächen angeordnet, die an beiden Seiten von Bandornamenten begrenzt werden. An der Wand unter dem Fenster ist eine Kreisscheibe angebracht. Diese beiden Felderteilungen sind aber nach unten durch ein horizontales, um die Wände herumlaufendes Band geschmückt. Zwischen diesem Band und der Sitzbank ist eine gemalte säulengetragene Arkadur eingeschaltet, die wohl die Sitzlehne andeuten soll. In die Flächen dieser Arkaden ist dann der Name des betreffenden Platz Inhabers eingetragen. Über dem Eingang ist der siebenarmige Leuchter als Dekorationsmotiv verwendet; das Rundfenster über dem Leuchter wird von zwei Greifen getragen. Bedeutend besser als die Wände ist die Decke erhalten. In den Hohlkehlen sind Medaillons angeordnet, die Darstellungen von Löw7en, Hirsch, Tiger, Truthahn und Elephanten enthalten. Der freibleibende Raum ist durch Rankenornamente auf blauem oder rotem Grund ausgefüllt; die große Tonne enthält als Mittelstück einen Doppeladler, durch welchen, wie der Maler in der Inschrift angibt, die Stelle der Bibel38) «*) Dt. 3äu.