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Menorah · 1932-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1932) · p. Seite 234

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
10 (1932)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1932)
Article
Holzsynagogen in Polen
Date
1932-05-01
Page
Seite 234 (sequence 14)
Language
German
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234 MENORAH Die Malerei der Synagoge in Gwozdziecz. Die Fläche der Wand ist hier durch Bandstreifen untergeteilt. Über den Sitzen ist eine Arkadur mit Säulchen gemalt, in der Archivolte erscheinen hebräische tSchriftzeichen, die Bogenöflnung ist durch ein Rankenornament, abwechselnd auf rotem und grünem Grunde, dekoriert. Oberhalb dieser Arkadur läuft auf blauem Grunde ein breites Bandornament, das sowohl oben wie auch unten von einer Perlenschnur begleitet wird. Über diesem Bandornament setzt die Vertikalteilung der Wand ein, die aber nicht bis zur Decke reicht, sondern noch Raum für einen breiten Fries freiläßt, der entweder ein fortlaufendes Motiv enthält oder wieder in Felder untergeteilt wird. Die Art der Vertikalteilung der Wand wird vor allem durch die Fensteröffnungen bedingt; denn durch die Berücksichtigung der Fenster ist der Wechsel von hohen und niederen Feldern entstanden, die durch breite Rankenornamente voneinander getrennt werden. Während man unter der Fensteröffnung den Kreis oder aber eine kleine zweiachsige Bogenstellung anordnet, verwendet man für den oberen Abschluß der hohen Felder einen Kreisbogen. Die so gebildeten Flächen werden entweder durch säulengetragene Archivolten oder aber durch eine Art Spiegelquader mit ungleichen Schichten gerahmt; die Fläche selbst dient zur Aufnahme der Schrift. Wie man aus der Verwendung der Spiegelqjuadern und Säulen erkennen kann, hat man es mit Motiven zu tun, die aus der Steinarchitektur entlehnt sind. Die Fläche der Nord- und Südwand, die zwischen den gekuppelten Fenstern frei bleibt, ist als Wandmitte dadurch betont, daß einerseits an der Nordwand der Tisch mit den zwölf Schaubroten, anderseits an der Südwand der siebenarmige Leuchter dargestellt wurde. Leider sind gerade diese Flächen stark zerstört. Am reichsten ist wohl die Bemalung der Decke. Die Hohlkehle, die den Übergang von der Wand zur Decke bildet, ist mit einem reichen Rankenornament auf rotem und blauem Grund bemalt, in welchen die Medaillons zur Anbringung von Sprüchen verwendet werden; doch sind die Worte nur durch Anfangsbuchstaben ausgedrückt^37). Die 87) Die bereits erwähnte Mahnung (siehe Anm. 8) zu ehrfürchtigem Verhalten in der Synagoge ist noch dahin zu ergänzen, daß im Wiener Memorbuch. (jetzt bekanntlich in Fürth, vgl. Jahrb. d. jüd. lit. Ges. XVI., S, 265) ein besonderer Mischeberach (Segen) für diejenigen enthalten ist, die von Baruk sche'amar bis nach der Wiederholung der achtzehn Segensprüche den Gottesdienst nicht mit Gespräch unterbrechen. Nach einer von Marmorstein, in den „Mitt. z. jüd. Volkskunde, 1908, S. 123W behandelten hebräischen Anekdotensammlung aus dem XVIII. Ja.trh. wurden in der Synagoge zu Alexandria die Berufsgenossen zusammengesetzt, weil man annehmen durfte, daß sie als Konkurrenten einander nicht hold seien und dadurch d*s Schwätzen während des Gottesdienstes vermieden -werden könne. In der Sage „Der gefangene Wassermann", hei Kuthmayer, Ost. Volkssagen, S. 70, schreibt der Teufel in der Kirche auf eine Haut alle nicht Andächtigen. Es sind ihrer so viele, daß die Haut nicht reicht. Andererseits wird unangemessenes Verhalten in der Kirche dem Einfluß eines bösen Dämons zugeschrieben. Vgl. Pradel*. Griechische Gebete, S. 359.

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